Kommunalwahlkampf mit Sex-Flyer in Bottrop
27.08.2009 | 14:55 Uhr 2009-08-27T14:55:00+0200Bottrop. Eltern und Politiker missbilligen die Erstwählerkampagne der Jungen Union. Der JU-Vorsitzende rechtfertigt die Aktion als gezielte Provokation. "Sex am Arbeitsplatz ist geil... leider haben 12% der jungen Bottroper keine Arbeit", steht auf dem Heft.
Die Erstwähler-Kampagne der Jungen Union (JU) ruft Ablehnung hervor. Eltern reagieren empört darauf, dass die JU jungen Leuten solche Flyer in den Postkasten legt, DKP-Chef Michael Gerber spricht von sexueller Belästigung, und ÖDP-Kandidatin Judith Beckfeld hält die Aktion schlichtweg für billig. Auslöser der Empörung ist die Schlagzeile „SEX am Arbeitsplatz ist GEIL! . . . leider haben 12% der jungen Bot-troper keine Arbeit”.
Als Provokation gedacht
JU-Vorsitzender Bastian Hirschfelder sieht die Zeile als gezielte Provokation an, mit der die jungen Wahlkämpfer auf die Jugendarbeitslosigkeit aufmerksam machen wollen. DKP-Ratsherr Michael Gerber dagegen urteilt: „Hier ist die Grenze des politisch Zulässigen und des guten Geschmacks bei weitem überschritten”. Die JU scheine sich das Motto der Werbeindustrie „Sex sells” zu eigen gemacht zu haben, kritisiert der Ratsherr.
Das ist ja auch der Fall, wie JU-Vorsitzender Hirschfelder einräumt. „Sex sells, ja. Es ist nun einmal so, dass man so große Aufmerksamkeit erregt”, sagte er. Das habe sich die Junge Union zu Nutze gemacht, um auf ein ernstes Problem hinzuweisen. „Es fehlen Ausbildungsstellen und Jobs für junge Leute in Bottrop. Darüber wollen wir diskutieren”, betont der junge CDU-Ratsherr. Um mit jungen Leuten auch über Politik ins Gespräch zu kommen, müsse man Themen aufregender anbieten, meint er.
Meldedaten sind verfügbar
Sex. Geil. Die Schlüsselbegriffe funktionieren. Damit erregt man Aufmerksamkeit. Das beweisen Werbespots täglich. Da ging das Kalkül der Jungen Union auf – ihr Wahlslogan löste bei vielen Gelächter aus.
Allerdings, der Grat ist schmal für jene, die über Sex am Arbeitsplatz Witze machen. So harmlos ist das ja nicht, weil leider oft sehr schnell sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz im Spiel ist. Und diese ist (für die Opfer) alles andere als spaßig.
Da ist es verständlich, dass Eltern es nicht so gern sehen, dass Jugendlichen Flyer wie die der JU ins Haus flattern. Da gibt es nur eins: Mit den jungen Leuten darüber diskutieren.
Eltern sind jedoch empört darüber, dass die Junge Union auch minderjährige Wahlberechtigte angeschrieben hat. Sie fragen sich, wie der CDU-Nachwuchs an die Adressen ihrer Kinder komme. „Das ist ein ganz normaler Vorgang”, erklärt Stadtsprecher Andreas Pläsken, ohne den Inhalt der Kampagne zu bewerten. Die Parteien haben ein Recht darauf, dass das Bürgerbüro ihnen Meldedaten der Wahlberechtigten bereit stellt. Eltern haben kein Veto-Recht. „Wahlberechtigter ist Wahlberechtigter”, betont er.
Während DK-Ratsherr Gerber sich auch an die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt wendet, ist Hirschfelder sicher, dass junge Leute gelassen reagieren. Allerdings hätte er gewarnt sein können, was die Wirkung der Kampagne betrifft. So ging vor zwei Jahren in Niedersachsen eine JU-Aktion mit dieser Schlagzeile mächtig in die Hose. Im Internet gab es Hohn und Spott.
15:29
Nun hat die CDU ja die Quittung für die Sex-Kampagne ihres Nachwuchses erhalten...
Die herausgefallenen Ratsherren können sich daher beim Vorsitzenden der Jungen Union bedanken, dass sie das Elende der CDU in Bottrop nicht mehr aus nächster Nähe betrachten müssen...
14:20
Kann es sein, dass die meisten nicht den gesamten Flyer gelsen haben?
Es geht nicht um die Legitimierung des Sexes oder der sexuellen Belästigung oder ähnlichem am Arbeitsplatz, sondern darum, dass es zu wenig Arbeitsplätze gibt!!!
Und wenn ihr das Thema Sex für übertrieben haltet dann denkt mal drüber nach wie viele TV Sendungen es nicht mehr geben dürft!!
23:19
Fazit:
Wer im Rathaus zuviel vögelt, bekommt Hirnschäden.
19:24
Da kommt mir der Verdacht, dass der Begriff Beigeordneter vielleicht doch eine ganz andere Bedeutung hat!
18:30
Ich sehe beim besten Willen keinen Zusammenhang zwischen dieser provokanten These und den Ausführungen im Innenteil des Flyers, der im Übrigen recht knapp, übersichtlich und wenig aussagefähig ist.
Was soll uns dieser Werbeslogan sagen?
Die CDU und Herr Buchholz sorgen dafür, dass 12 % mehr Jugendliche einen Arbeitsplatz mit geilem Sex bekommen?
Oder, dass 12 % der Jugendlichen auf geilen Sex am Arbeitsplatz verzichten müssen?
Oder, dass 12 % der Jugendlichen wegen Sex am Arbeitsplatz ohne Beschäftigung sind?
Keine Ahnung, was die CDU Mitglieder oder Herr Buchholz so an ihren Arbeitsplätzen treiben. Allen Jugendlichen sei jedoch gesagt, dass Sex am Arbeitsplatz zur fristlosen Kündigung führt. In meiner Firma wird fleißig gearbeitet, da ist keine Zeit für neckische Spielchen!
Mir ist nur eine Branche bekannt, in der Sex am Arbeitsplatz erwünscht ist.
Will uns also die CDU damit sagen, dass sich alle Jugendlichen, die keinen Arbeitsplatz haben, im horizontalen Gewerbe bewerben sollen?
Ich denke, unsere Jugendlichen brauchen seriöse Ausbildungsplätze meine Damen und Herren von der CDU. Seltsamerweise fällt Ihnen just vor der Kommunalwahl auf, dass viele junge Leute noch auf der Straße stehen. Sie stehen seit jeher mit in der politischen Verantwortung und, anstatt den Jungwählern Sand in die Augen zu streuen, sollten Sie Farbe bekennen und Stellung zu dem beziehen, was Sie nicht getan haben, um Jugendarbeitslosigkeit und Ausbildungsplatzmangel zu vermeiden!
Frage an Herrn Buchholz, hat die Tatsache, dass Ihre Stelle als Beigeordneter in Kevelear gestrichen wurde, etwas mit Ihrem Wahlslogan zu tun? Dann kann man nur allen sagen, vorsicht, Ihr seht ja, wozu das führt.
Liebe Christdemokraten, das wäre aber ein recht unmoralisches Angebot.
16:24
Wenn man sich die Aktion der JU-Herren anschaut, kann man ja bald froh sein, das die CDU-regierten Bundesländer und der CDU-Innenminister Schäuble über eine Sexualstaftäterdatei nachdenkt…
15:24
@89: wertkonservativ gibt es in der Bottroper CDU doch nirgendwo. Es ist schon ein sehr trauriger Bottroper CDU-Haufen, der lieber mit der SPD rumkungelt statt an Werte oder Inhalte zu denken.
Jeder der wertkonservativ wählen will darf die CDU nicht wählen.
15:18
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13:37
In der Bundesrepublik wertkonservativ wählen, heißt CDU oder CSU wählen.
13:33
Der Brief war dem CDU Kreisvorstand und Herrn Buchholz frühzeitig bekannt und die Aktion der JU wurde von den Spitzen der CDU abgenickt und wird auch jetzt noch verteidigt.