Knappenstraße – Lebensader für die Welheimer Mark

An dem  Bahnübergang an der Knappenstraße haben wohl viele Bottroper bereits gestanden und darauf gewartet, dass sich die Schranken endlich öffnen.
An dem Bahnübergang an der Knappenstraße haben wohl viele Bottroper bereits gestanden und darauf gewartet, dass sich die Schranken endlich öffnen.
Foto: Labus / FUNKE Foto Servises
Was wir bereits wissen
Die Knappenstraße führt von Prosper II bis in den Stadtteil im Süden. Hier ist Bottrops Bergbautradition noch lebendig.

Bottrop..  Sie ist geschlossen. Logisch, wie sollte es anders sein? Nicht umsonst sprechen alteingesessene Bottroper von der „Glückauf-Schranke“, wenn vom Bahnübergang an der Knappenstraße die Rede ist. Man hat eben Glück, „wenn die Schranke auf ist“. Der Bahnübergang, er teilt die Knappenstraße in zwei Hälften. Von der Prosperstraße führt sie bis in die Welheimer Mark und die Bahnlinie ist so etwas wie eine Grenze, dahinter beginnt der Stadtteil.

Gerade am Anfang der Knappenstraße wird Bottrops Bergbautradition deutlich – nicht nur wegen des Straßennamens. Schließlich arbeiten hier am Standort Prosper II noch zahlreiche Bergleute und jeder Zentner Kohle, der unter der Stadt abgebaut wird, erblickt hier das Tageslicht. Der so genannte Förderberg, also das kilometerlange Band, über das die Kohle nach oben befördert wird, endet an der Knappenstraße. Der Name der Straße – er stimmt also noch. Schließlich ist sie benannt nach den Bergknappen, die diesen Weg zu ihrer Arbeitsstelle nutzten. Früher fuhren sie von hier aus ins Bergwerk ein. Zeugnis davon geben der Malakoffturm und die alte Kaue. In letzterer wird aktuell Deutschlands größtes Grusellabyrinth aufgebaut. Im Februar 2015 ist die Eröffnung geplant. Dann soll das Labyrinth als weitere Attraktion Besucher nach Bottrop locken.

Im Originalspiel ist an dieser Stelle die Lessingstraße. Das gelbe Dichterviertel ist im Monopoly eigentlich eine gute Adresse. Auf dem Bottrop-Spielfeld bildet die Knappenstraße ein Trio mit der Parkstraße und der Straße im Stadtgarten. Für 260 Euro wird sie angeboten und darf dann mit Häusern und Hotels bebaut werden.

Gegenüber der Schachtanlage stehen noch einige ältere Zechenhäuser, größtenteils jedoch schön saniert und herausgeputzt. Ab der Holbeinstraße ändert sich dann das Bild langsam. Ausläufer des Gewerbegebiets Knippenburg grenzen an die Knappenstraße und wer hier entlang fährt, dem fallen vor allem schrottreife Autos auf. Sie stehen auf dem Hof diverser Export-Händler, die immer wieder reichlich Diskussionsstoff liefern.

Wer Schranken und Bahnunterführung passiert hat, ist in der Welheimer Mark. Hier prägen kleinere Häuser das Bild der Straße. Einige Neubauten stehen in der Nachbarschaft, ein Kinderspielplatz ist gegenüber der Wohnbebauung.

Ralf Mattes lebt seit 30 Jahren in der Welheimer Mark. „Die Knappenstraße ist Lebensader für den Stadtteil“, sagt er. Und tatsächlich ist sie eine von zwei Hauptzufahrtsstraßen zu dem Viertel. Die andere, „In der Welheimer Mark“, führt entlang der Kläranlage in einem weiten Bogen zurück auf die Prosperstraße – in Höhe der Bundesstraße. Wer also von der Welheimer Mark in die Stadt will, der nutzt die Knappenstraße – trotz des miesen Zustands, den auch Mattes bemängelt. Schlaglöcher, in denen sich bei Regen tief das Wasser sammelt, lassen die Autos ordentlich über die Straße hoppeln. „Vor allem nutzen viele Lkw die Straße. Das ist schon ziemlich laut“, sagt Mattes. Dabei wohnt er gern in der Welheimer Mark – obwohl er „viel Handlungsbedarf“ in dem Stadtteil sieht. Aber: „Die Wohnqualität hat sich in den letzten Jahren verbessert.“