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Knallbuntes Kunstparadies im Jungen Museum in Bottrop

10.02.2016 | 17:48 Uhr
Knallbuntes Kunstparadies im Jungen Museum in Bottrop
Julia Sossinka in ihrer großen Rauminstallation, die bis zum 10. März im „jungen museum“ in Bottrop zu sehen ist.Foto: Winfried Labus / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Julia Sossinka zeigt Bilder, Assemblagen und eine Rauminstallation im kleinen Haus auf dem Kulturhof. Sie ist eine Schülerin von Lüpertz.

Julia Sossinka wirft nichts weg. Auch der wilde Materialmix, aus dem sie ihre ebenso grell-farbige wie raumfüllende Installation im „jungen museum“ schuf, hat bereits einige Stationen hinter sich.

Ob Berlin - wo die gebürtige Hattingerin und Schülerin von Altmeister Markus Lüpertz an der Düsseldorfer Kunstakademie jetzt lebt - oder Hamburg: Die Schnipsel aus früheren Bildern, Plastikbahnen, Schnüre oder selbst ihre alte Lieblingsstrickjacke reisen mit - und finden sich in ihren Arbeiten wieder. Aber selbst wenn das Material den Kunst-Kreislauf der 32-Jährigen nicht verlässt und sich auch nicht verändert, sieht doch jedes Kunstwerk anders aus.

Ein Mammutprojekt

„Ich nehme natürlich immer auf den Raum Bezug, für den ich eine Installation mache“, sagt Sossinka. Kürzlich war sie in der Bochumer Kulturkirche zu Gast. „Gut 300 Quadratmeter und ewig hoch: So einen Raum zu bespielen, das ist dann schon ein Mammutprojekt“, sagt die Künstlerin.

Zart und zerbrechlich und doch komplex kommen diese Farbexplosionen in der Schau „Through the Age“ daher, die auch in geballter Dreidimensionalität die Herkunft Sossinkas aus der Malerei nicht verleugnen. Sie schafft Schwerpunkte, Blickachsen, spielt mit dem Licht, das im „jungen museum“ aus türmchenähnlichen Oberlichtern fällt.

Künstliches Material

Mit Wachs überzogene Äste scheinen aus diesem Lichthimmel zu wachsen, darunter eine festgewordene Wachslache. Das gibt der größten und raumfüllenden ihrer dort gezeigten Arbeiten ein Zentrum an dem der Blick vorbei ins Innere der Raumskulptur gleitet. Der Raum gleicht einem geheimnisvoll-schönen und zugleich verführerisch-gefährlichen Paradiesgarten.

Das künstliche Material wuchert dann auch wild. Schimmernder Kunststoff windet sich wie Lianen, Fäden ziehen sich wie Spinnweben von der Decke in die nächste Ecke, unendlich viele Papierstreifen und -fetzen schlingen sich ineinander und bilden zusammen einen art künstlichen Urwald.

Im nächsten Raum scheint eine farbiges Tuschebild nur aus Fragmenten zu bestehen. Julia Sossinka riss immer wieder kleine Fetzen aus dieser Arbeit und setzte die Fragmente zu neuen Assemblagen zusammen, die übereinandergeschichtet aus der Wand heraus zu wachsen scheinen.

Auch dort wieder sorgfältig kalkulierte Farbbezüge in feinen Abstufungen. Im Gegensatz zu den Bildern jedoch ohne einengenden Rahmen - Malerei grenzenlos.

Erweiterung des Kulturzentrums

Gut, dass es einen Ort in der Stadt gibt, der solche Auseinandersetzungen ermöglicht und vor allem auch junge Positionen und Ansätze zeigt, die in den hellen Räumen ungestört ihre Wirkung entfalten. So darf man gespannt sein auf die geplante Erweiterung des Kulturzentrums um einen Ausstellungsbereich.

Zu sehen: 11.2. bis 10.3. Junges Museum, Böckenhoffstraße 30, 46236 Bottrop. Info und Anfragen zu Führungen: Tel.: 02041/70 42 82 oder katrin.niermann@bottrop.de

Dirk Aschendorf

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Knallbuntes Kunstparadies im Jungen Museum in Bottrop
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2016-02-10 17:48
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