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Klettern, abseilen und schaukeln

07.07.2008 | 17:41 Uhr

In der Kletterhalle im Malakoffturm findet zwei Mal in der Woche ein offener Klettertreff für Kinder statt.

Vincent ist einfach nicht müde zu kriegen. Mindestens dreimal hat der Siebenjährige schon die Wände im Malakoffturm erklommen und trotzdem kraxelt er jetzt noch im Freeclimbing-Bereich. Angst? „Ne, überhaupt nicht, Hauptsache, es liegt eine dicke Matte unten.”

Begeistert baumelt Vincent vor der Kletterwand im Malakoffturm. Foto:Düngelhoff

Trotzdem sollte man das Sichern dann doch lieber nicht vergessen. Dafür ist Klettertrainerin Marion Gawenda zuständig. Sorgfältig fädelt sie die Sicherungs-Seile in den Klettergurt ein. Dann kann es losgehen, und Schritt für Schritt klettert Vincent höher in die Wand. Sicher suchen seine Füße Halt auf den künstlichen Vorsprüngen an der Wand.

Wenn man ihn so beobachtete, vermutet man nicht, dass er das erste Mal im Klettergurt steckt. „Das ist aber so. Allerdings klettert er zu Hause auch, dann allerdings mit Vorliebe auf Bäume oder andere Gegenstände”, bestätigt Vincents Vater Andreas Schropp. „Stimmt, aber am liebsten klettere ich in Türrahmen”, sagt Vincent. Aber hier im Malakoffturm, dass sei etwas anderes. Das mache ihm dann doch etwas mehr Spaß.

Außer ihm ist nur noch die elfjährige Lisa da. Sie ist schon fast ein Profi, hat auch schon die schwierigeren Routen im Malakoffturm gemeistert. „Eine Freundin von mir war im Klettercamp, und sie hat mich angesteckt. Seitdem komme ich eigentlich immer mindesten einmal in der Wocher hierhin.” So leer wie in dieser Woche sei es zum Glück nicht immer, „aber dafür kann man heute mal so richtig viel klettern”, sieht die Elfjährige auch das Positive.

Deshalb nutzt sie die Gelegenheit, um noch einmal das Abseilen zu üben. Mutig schwingt sie sich über das Geländer der zweiten Etage, lässt sich langsam bis auf die Matten ab. Wobei, so ganz wohl ist ihr dabei immer noch nicht. „Das Schwierigste ist das Loslassen. Man steht da oben, hält sich am Geländer fest und muss dann einen Schritt ins Leere machen”, beschreibt Lisa. Wenn man dann aber einmal hänge, sei das ein Supergefühl. „Dann kann man ruhig auch mal eine Runde schaukeln. Das macht richtig Bock.”

In der Zwischenzeit merkt Vincent dann aber doch, wie anstrengend die Kletterei sein kann. „Das geht in die Arme, und meine Finger kann ich kaum noch gerade machen.” Trotzdem, kein Grund aufzugeben, eine Wand kommt er doch sicherlich noch hoch.

Klettertrainerin Marion Gawenda ist ganz begeistert von Vincents Ausdauer und seinem Talent. „Er macht das in-stinktiv richtig, sucht sich sicheren Halt und wenn er merkt, er kann sich nicht halten geht er auch mal einen Schritt zurück”, lobt sie. Sie weiß, wie gerne auch Kinder klettern. Daher bietet der Stadtsportbund im Malakoffturm in der ersten Ferienhälfte zwei Mal in der Woche einen offenen Klettertreff für Kinder ab acht Jahren an. „Die Kinder sollen sich das hier erst einmal in Ruhe anschauen und vor allem viel klettern”, erklärt die Trainerin.

Das Lernen der richtigen Knoten sei zweitrangig. „Das kommt dann, wenn die Kinder häufiger klettern gehen. Außerdem bieten wir unser Klettercamp an, da lernen sie das dann.” Denn selbstverständlich gehört auch all das zum Klettern dazu. Für Marion Gawenda ist Klettern die ideale Sportart. „Denn da geht es nicht nur um Kraft, sondern auch um Ausdauer und Geschicklichkeit. Außerdem fördert die Suche nach den richtigen Tritten auch die Konzentration.”

Matthias Düngelhoff

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