Kleingartenverein An der Boye erhält Sommeranstrich

Silke (links) und Fabienne Marschall bringen die Gartenskulpturen auf Vordermann.
Silke (links) und Fabienne Marschall bringen die Gartenskulpturen auf Vordermann.
Foto: Michael Korte
Was wir bereits wissen
Um das Sommerwetter genießen zu können, hat der KGV An der Boye noch mal ordentlich Hand angelegt. Bei Familie Marshall helfen auch die Kinder mit

Bei den 24 Grad, die es heute geben soll, wollen sich alle am liebsten auf der Wiese entspannen und von der Sonne brutzeln lassen. Klar, dass die Hobbygärtner vom Kleingartenverein An der Boye da gestern noch einmal kräftig Hand angelegt haben, um es heute besonders schön zu haben. Kartoffeln pflanzen, das Hüttendach reparieren oder den Gartenzwergen einen neuen Anstrich verpassen – so wie Silke Marshallgemeinsam mit ihrer fünfzehnjährigen Tochter Fabienne die Pinsel geschwungen hat.

Eine richtige Mutter-Tochter-Arbeit – „ich helfe immer gerne,“, sagt Fabienne während sie den Zwergenrücken grundiert. Dafür darf sie ja auch den Garten nutzen; letzten Freitag gab es schon die erste Party – in einem beinahe makellosen Gärtchen. Denn die Marshalls schuften schon seit Anfang März, jäten Unkraut, schrubben die Pflaster, pflanzen Erdbeeren. Seitdem ist schon in allen 106 Parzellen der Anlage voller Betrieb. Die Gartzenzwerge sind da fast die letzte Etappe. „Immer wenn sie hässlich werden, streichen wir sie neu an“, sagt Silke Marshall. „Na dann krieg ich sicher auch bald einen neuen Anstrich“, spaßt ihr Mann Frank Marshall, der Vorsitzende des Vereins.

Renaissance der Kleingärten

Nicht nur heute ist dem Vorsitzenden zum Scherzen zumute: Wie viele Kleingartenanlagen hat sein Verein in den letzten Jahren eine richtige Renaissance erlebt. Eine Parzelle ist gerade frei geworden; für Neubewerber keine Chance. „Die Warteliste ist sehr lang“, sagt Marshall. Aber warum interessieren sich wieder mehr Leute für einen Kleingarten? „Überall wird gebaut und gebaut, aber der Wohnraum, der überall geschaffen wird, gibt nichts mehr her“, erklärt der Vorsitzende sich die Begeisterung. Und Kindern könne man auf blossem Betonpflaster sowieso kaum etwas bieten. „Hier im Garten, da blühen sie auf.“

Kosten und Maße einer Parzelle

Deswegen, so Marshall, seien auch seine Kinder bis heute im Verein engagiert. Er erinnert sich gerne daran, wie sein heute 20-jähriger Sohn Marvin schon als kleines Kind mit Latzhose durch die Gärten wanderte und sich für den Baumeister der Anlage gehalten hat. ’Wo soll ich buddeln?’, habe er immer gefragt – die gleiche Initiative zeige er noch heute, er helfe überall, wenn mal Not am Mann sei.

Und auch Marshalls Tochter bereichert das Vereinsleben, etwa wenn sie mit ihrer Schulband auf den Vereinsfesten auftritt. „Einmal Vereinskind, immer Vereinskind“, sagt ihr Vater. Und wenn in seinem Verein doch mal wieder ein Platz frei wird – im Jahr gibt es zwei bis drei Kündigungen – dann hofft er besonders auf neue Familien. „Denn die Kinder, die tragen das Vereinsleben weiter.“