Kleiner Hengst Max darf sich bald ausruhen

Haflinger-Hengst Max ist ein schönes Kerlchen. Reiterin Annika kümmert sich prima um ihn.
Haflinger-Hengst Max ist ein schönes Kerlchen. Reiterin Annika kümmert sich prima um ihn.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Arche Noah braucht ein neues Therapiepferd. Der Rotaract Club Bottrop-Wittringen hilft mit einer Spende beim Kauf.

Bottrop..  Vier Mädchen reiten auf Schulpferden im Schritt über den überdachten Reitplatz der Arche Noah. „Vorwärts, Vorwärts!“, ruft Elena Störmann. „Vorwärts jetzt!“, fordert die Reitlehrerin energisch. Die jungen Reiterinnen lassen die Pferde erst traben. Dann reiten sie im Galopp, und in Windesweile rennen auch zwei schwarze Hunde um das vergatterte Reitviereck um die Wette.

Ein schönes Kerlchen

Die Reitpferde sind ja längst nicht die einzigen Tiere auf dem Gelände des ökopädagogischen Projektes der evangelischen Kirche. Außer ihnen und den Hunden tummeln sich zum Beispiel auch Enten, Schweine, Kaninchen, Schafe und Meerschweinchen zwischen den Hütten und Ställen, die an der Grünewaldstraße in den Hang gebaut wurden.

Die Pferde aber sind die größte Attraktion für viele Kinder. „Das sind ja auch die Tiere, mit denen man richtig Sport machen kann“, erklärt Arche-Gründerin Susanne Kolodziejski. Auch der Haflinger Max gehört zu ihnen. Der Hengst ist ein hübsches Kerlchen mit seinem hellen Schopf und der schönen lange Mähne. „Max ist mein Lieblingspferd“, sagt seine Reiterin Annika. Die 14-jährige Schülerin des Josef-Albers-Gymnasiums pflegt den kleinen Hengst und achtet auch darauf, dass sein Lederzeug in Ordnung ist. Max ist das älteste Schulpferd in der Arche. 22 Jahre alt wird der Hengst, und bald darf er in Rente gehen. Als Max sechs Jahre alt war, hat ihn Susanne Kolodziejski in die Arche geholt. „Er hat hier viele Jahre einen guten Job gemacht, bald verabschieden wir ihn in den verdienten Ruhestand“, sagt die Sozialpädagogin.

Im Gelassenheitstraining

Dabei ist das Team der Arche Noah auch für alte Pferde bestens gerüstet. So sagt Reittherapeutin Lisa Niedworok: „Ich bin Spezialistin für Pferde-Geriatrie“. Mit Pferden wie Max, die kurz vor dem Rentenalter stehen, kennt sie sich also aus. Noch ist es nicht ganz so weit, bis sie den Haflinger-Hengst in den Ruhestand entlassen kann. Denn er dient auch als Therapiepferd. Ruhig und gelassen hilft er dabei, Kinder mit Handicaps zu fördern. Dazu hat das Pferd viel trainieren müssen. Auch das neue Therapiepferd, das Arche-Leiterin Susanne Kolodziejski demnächst mit Hilfe einer großzügigen Spende des Rotaract-Clubs Bottrop-Wittringen kaufen wird, muss sie einige Zeit lang anlernen. „Der Kontakt zu Menschen ist dabei ja ganz wichtig“, erklärt die Reittherapeutin. Das müssen junge Therapiepferde aber erst einmal lernen. „Klar im Kopf müssen die Pferde sein, und sie dürfen natürlich auch nicht durchdrehen oder ausschlagen, wenn ihnen hier andere Tiere in die Quere kommen“, sagte sie. Auch zurzeit ist eines der fünf Therapiepferde in der Arche Noah noch im Gelassenheitstraining.

.„Wir hoffen, dass Max noch ein zwei Jahre bleiben kann“, sagt die Reittherapeutin. Dabei war einige Zeit fraglich, ob der kleine Hengst überhaupt wieder auf den Reitplatz zurückkehren wird, weil er an einer Sehne verletzt war. Seine Verletzung aber ist ausgestanden. Noch sei nicht geklärt, sagt Susanne Kolodziejski, bei wem das Pferd einen Weideplatz findet, wenn es die Arche Noah verlässt - und zwar für die nächsten 15 Jahre. Denn so ein Haflingerpferd wird ja gut und gerne 35 bis 38 Jahre alt.

Rotaract-Club Wittringen lädt zu Benefizturnier

Der Rotaract-Club Bottrop-Wittringen lädt zu einem Benefiz-Fußballturnier zugunsten der Arche Noah ein. Rotaract ist die Jugendorganisation des Rotary Clubs.

Im Rotaract-Club engagieren sich junge Rotarier aus Bottrop, Kirchhellen, Gladbeck und Dorsten im Alter von 18 bis 30 Jahren für die gute Sache. Seit zehn Jahren unterstützen die jungen Rotarier mittlerweile schon karikative Einrichtungen im Umkreis. So findet seit Bestehen der Jugendorganisation auf dem Golfplatz in Kirchhellen jedes Jahr ein Golfturnier für gute Zwecke statt. Mit dem Erlös haben die jungen Rotarier zum Beispiel die Klettergeräte auf dem Bottroper Abenteuerspielplatz finanziert. Ro-taract fördert auch die Kinderklinik im Marienhospital.

Der Erlös des Benefiz-Fußballturnier dient vor allem dazu, beim Kauf eines neuen Therapiepferdes für die Arche Noah zu helfen. Angepfiffen wird das Turnier am Samstag, 14. Februar, in der Dieter-Renz-Halle an der Hans-Böckler-Straße 60. Das erste Spiel beginnt um 9 Uhr. Im Teilnehmerfeld sind zum Beispiel auch die Traditionsmannschaften von Schalke 04, Borussia Dortmund, Rot-Weiß Essen und das Damenteam 35 des Frauenfußballbundesligisten Essen-Schönebeck.