Kleine Behörde schützt Bottroper vor Lärm und Staub

Anwohner der Schumann - und Schubertstraße klagten über Lärm und Schmutz durch einen Bauhof auf dem alten Mengede-Parkplatz- auch ein Fall für die Untere Immissionsschutzbehörde.
Anwohner der Schumann - und Schubertstraße klagten über Lärm und Schmutz durch einen Bauhof auf dem alten Mengede-Parkplatz- auch ein Fall für die Untere Immissionsschutzbehörde.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Mitarbeiter der Stadt gehen bei zu großen Umweltbelastungen gegen Firmen vor. Das kleine Team um Umweltressort genehmigt auch Windräder.

Bottrop..  Um vier Uhr in aller Frühe sind an diesem Kiosk schon frisch belegte Brötchen zu haben. Ein schwerer Lastwagen nach dem anderen hält vor dem Laden an, ein Fahrer nach dem anderen springt kurzerhand aus dem Cockpit und kauft dort schnell seine Brötchen ein, vielleicht noch Zigaretten und etwas Süßes. Ein schwerer Lastwagen nach dem anderen fährt mit lautem Motorengeräusch wieder davon.

Das ist eindeutig ein Fall, bei dem Peter Marten und seine beiden Kollegen in der Unteren Immissionsschutzbehörde gefordert sind. An Schlaf ist für die Anwohner in unmittelbarer Nähe des Kiosks schließlich kaum noch zu denken. Marten ist daher verpflichtet einzugreifen. „Wenn Sie jeden Morgen um vier Uhr aus dem Schlaf gerissen werden, gefährdet das die Gesundheit“, erklärt der städtische Mitarbeiter. Das müsse niemand erdulden.

„Belästigungen muss zwar jeder Mensch hinnehmen, erhebliche Belästigungen aber nicht, und Gefahren schon gar nicht“, sagt Marten. Je nachdem in welchen Stadtviertel die Leuten wohnten, gelten unterschiedliche Grenzwerte, die bei Lärm nicht überschritten werden dürften. In Gebieten, in denen Gewerbebetriebe und Wohnungen sich abwechselten, seien die Grenzwerte gegen Lärm höher als in reinen Wohngebieten.

„Um Feten, bei denen sich Nachbarn über zu viel Lärm beschweren, kümmert sich der Ordnungsdienst“, stellt der Umweltschützer klar. Sein Team komme zum Einsatz, wenn es darum gehe, die Bürger vor Belästigungen durch Gewerbebetriebe zu schützen. „Lärm, Staub, Geruch, selten auch Licht“, erklärt Marten, fallen in das Einsatzgebiet der Behörde. „Wir beraten die Leute - auf beiden Seiten“, erklärt Marten seine bevorzugte Vorgehensweise. Allerdings redet der Umweltschützer, der ins städtische Ressort für Umwelt und Grün eingegliedert ist, seine Befugnisse auch nicht klein. „Ich kann Betriebe schließen“, betont er. Nicht immer aber kann die Behörde an der Brakerstraße schnell Abhilfe leisten. Lärm lasse sich messen, Staub gut beseitigen, bei Geruchsbelästigungen werde es schon schwieriger. „Die muss man riechen und dann auf das gesamte Jahr kalkulieren. Wenn es irgendwo einmal drei Tage lang stinkt, sind uns die Hände gebunden“, sagt Marten.

Das dauert sieben Monate

Ob Windräder zu einer Belastung von Anwohnern werden, prüft Marten übrigens auch. Gut sieben Monate lang dauert das Verfahren, an dem bis zu 30 Behörden und Firmen vom Stromversorger bis zur Telefongesellschaft beteiligt werden, bis die Immissionsschutzbehörde die Betriebsgenehmigung erteilt - oder auch nicht.