Kitastreik ruht – Freude und Skepsis in Bottrop

Viele Streikenden des Sozial- und Erziehungsdienstes
Viele Streikenden des Sozial- und Erziehungsdienstes
Foto: Labus / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Eltern und Kinder sind froh, dass die städtischen Kitas am Montag wieder öffnen, viele Erzieherinnen wegen der Aussetzung des Streiks „geladen“.

Bottrop..  Die Eltern dürfen aufatmen: Am Montag haben alle städtischen Kitas wieder regulär geöffnet. Der Streik der Erzieherinnen und Beschäftigten im Sozialdienst wird nach vierwöchiger Dauer erst einmal ausgesetzt. Ob der Tarifkonflikt allerdings dauerhaft beendet ist, bleibt ungewiss.

Rebecca Ohlemann, Mitglied im Elternrat des Montessori-Kinderhauses in Kirchhellen, spricht sicherlich vielen Eltern aus der Seele, wenn sie sagt: „Gott sei Dank.“ Auch wenn die Kirchhellener Eltern ein wenig enttäuscht waren über die eher geringe Resonanz von Eltern anderer Kitas, so sind sie doch froh, am Mittwoch vor dem Rathaus für ein Ende des Streiks demonstriert zu haben.

Hoffnung auf den Kita-Alltag

Sie haben einen Brief an den Oberbürgermeister übergeben, in dem es heißt, dass die Situation untragbar geworden sei, dass die Kinder und die Eltern die Leidtragenden des Streiks seien. Nun hoffen die Eltern, dass schnell wieder der normale Kita-Alltag eingekehrt und dass bis zum Ende des Kita-Jahres im Juli noch einige der Aktivitäten nachgeholt werden können, die in den letzten Wochen ausgefallen sind. Davon würden vor allem die Maxi-Kinder profitieren, deren Kitazeit sich jetzt dem Ende nähert.

Die Mitarbeiterinnen im Sozial- und Erziehungsdienst allerdings sehen das Aussetzen des Streiks und die Schlichtung mit Skepsis. Die Kolleginnen seien „geladen“, erklärt Dagmar Kaplan, Dipl.Pädagogin bei der Stadt und Mitglied der Bundestarifkommission im Bezirk Emscher-Lippe-Süd. Ihnen fehle von Seiten der Arbeitgeber ein Angebot, über das es sich zu verhandeln lohne.

Friedenspflicht

Während der Schlichtung – beide Seiten haben Schlichter benannt – herrscht Friedenspflicht. Über den Schlichtungsvorschlag muss anschließend abgestimmt werden. Das ganze Prozedere, fürchtet Dagmar Kaplan, könne sich noch hinziehen. Und bald beginnen die Sommerferien. . .