Kita-Kinder lernen spielerisch ein gutes Umweltbewusstsein

Die Wasserpolizei der Kita „Bunte Welt“  im Einsatz im Waschraum.
Die Wasserpolizei der Kita „Bunte Welt“ im Einsatz im Waschraum.
Foto: Labus / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Für ihr Projekt zum umweltbewussten Handeln wurden die Bottroper Kitas „Bunte Welt“ und „Sonne, Mond und Sterne“ als Ökoprofit-Betriebe ausgezeichnet.

Bottrop..  Gut gerüstet macht sich die „Wasserpolizei“ der Kita „Bunte Welt“ auf den Weg in den Waschraum. Mit ihren großen Lupen und den blauen Stirnbändern, auf denen in Großbuchstaben das Wort „Wasserpolizei“ geschrieben steht, ist die Truppe eindeutig erkennbar.

Heute im Einsatz ist auch Vorschulkind Emanuel. Er weiß genau, was er zu tun hat: „Wir suchen den Wasserklauer“, erklärt er resolut. Das rote Ungeheuer mit den spitzen Ohren lauert an den Waschbecken und erinnert die Kinder daran, das Wasser nicht unnötig laufen zu lassen. „Wenn wir ihn gefunden haben, kommt er ins Gefängnis“, sagt Emanuel und grinst.

Für das Thema Wasserverbrauch und Ressourcenschonung haben die Kinder ein Gespür entwickelt. Seit sie spielerisch an die Themen Müll-, Wasser- und Stromverbrauch herangeführt wurden, achten sie auf ihr Verhalten im Umgang mit der Umwelt. „Die Kita ist jetzt ressourcenfreundlicher“, freut sich Birgit Grund, Leiterin des Awo Familienzentrums „Bunte Welt“.

Dafür wurde die Einrichtung neben der Kita „Sonne, Mond und Sterne“ als Ökoprofit-Betrieb 2014 ausgezeichnet. Das Siegel wird an Betriebe verliehen, die umweltbewusst handeln, Ressourcen schonen und dadurch Kosten sparen. Beide, Unternehmen und Umwelt, sollen so profitieren.

„Sie entwicklen ein Gefühl dafür“

„Uns geht es vor allem darum, dass Kinder frühzeitig ein Bewusstsein für die Umwelt entwickeln und als Erwachsene selbstverständlich ressourcenbewusst handeln“, erklärt Grund. Je früher die Kinder lernten, den Müll zu trennen oder beim Händewaschen auf den Wasserverbrauch zu achten, desto stärker würde sich das Verhalten auch für die Zukunft einprägen. Die richtige Pädagogik sei dabei wichtig: „Spielerisch und praktisch erfahren die Kinder am besten, welche Auswirkung ihr Verhalten hat. Sie entwickeln ein Gefühl dafür“.

Zum Müll sammeln in den Wald

Das haben Emanuel und die anderen Kinder bewiesen. In drei Projektschritten sind sie mit ihrer Umwelt auf Tuchfühlung gegangen. Schritt eins: das Müllprojekt. Dabei haben die Kinder gelernt, welchen Abfall sie produzieren und wie sie ihn richtig trennen. „Wir sind zu einer Mülldeponie gefahren und haben Abfall im Wald gesammelt“, berichtet Grund. „Die Kinder waren erstaunt, was sich da alles wiederverwerten lässt“.

Im zweiten Schritt haben sich die Kinder auf die Suche nach den Wasserquellen in der Kita gemacht und überlegt, wie sie den Verbrauch reduzieren können. Hier kam dann auch der Wasserklauer ins Spiel. Im dritten Schritt ging es um den Stromverbrauch und darum, das Licht nicht unnötig brennen zu lassen.