Kirchhellener Landwirte: Hundekot auf Feldern ist gefährlich

Foto: Thomas Schmidtke
Was wir bereits wissen
Für Pferde, Schafe, Kühe können die Hinterlassenschaften eine Gefahr sein. Deshalb die Bitte an die Hundebesitzer: Sammelt wie im Park den Kot auf!

Bottrop-Kirchhellen.. Hundekot auf Feldern verunreinigt Futter- und Lebensmittel; er kann für Pferde, Schafe und Kühe zur echten Gefahr werden – darüber sind sich Landwirte, Tierärzte und Jäger der Region einig. Sie bitten auch Kirchhellener Hundehalter darum, nicht nur in Parks den Kot wegzuräumen, sondern auch auf Wiesen und Weideflächen acht zu geben und sofort zu handeln.

"Es gibt keine Schutzimpfung"

Gefahr besteht bereits bei der Aufnahme von Futtermitteln, wenn die Tiere Heu oder Gras fressen, das durch Hundekot mit Parasiten verunreinigt ist. Bereits ein Gramm Hundekot beinhaltet Millionen von Bakterien. „Für verursachte Krankheiten gibt es keine Schutzimpfung. Ganz besonders tragisch ist der Parasit Neospora Caninum, weil er sowohl zu Fehlgeburten bei tragenden Tieren führen kann, als auch lebenslang eine Infektion beim infizierten Tier hervorruft“, sagt Tierarzt Christoph Im Winkel von der Tierärztegesellschaft prograr Vet.

Das Argument vieler Hundebesitzer, Hundekot habe die gleiche Wirkweise wie Kuhfladen, entkräftet Friedrich Steinman, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Recklinghausen. Grundsätzlich müssten Fleischfresser von Pflanzenfressern unterschieden werden. Kot von Pflanzenfressern sei nicht gefährlich, da er vom Boden schnell aufgenommen werde; eine Übertragung von Krankheiten erfolge hauptsächlich durch den Kot von Fleischfressern.

"Wir bauen Lebens- und Futtermittel an"

Darüber hinaus sei der wirtschaftliche Schaden, der dem Landwirt entstehe, groß. Steinmann: „Was die meisten Bürger nicht bedenken: Wir bauen auf unseren Flächen Lebens- und Futtermittel an. Daher müssen wir strenge hygienische EU-Vorschriften einhalten. Mit Verunreinigungen im Futter bekommen wir Schwierigkeiten und können die Auflagen nicht einhalten.“ Im schlimmsten Fall könne das Futter sogar nicht verwendet werden.

Auch für den Wildbestand in hiesigen Wäldern haben unangeleinte Hunde gravierende Auswirkungen. „Gerade in Stadtrand-Revieren ist insbesondere in Setz- und Aufzuchtzeiten das Jungtier den Hunden oft wehrlos ausgesetzt“, weiß Jürgen Reh vom Verband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Westfalen-Lippe.