Zum ersten Mal Schnee
05.04.2009 | 17:26 Uhr 2009-04-05T17:26:00+0200Ein Ausstauschschüler aus Kolumbien ist zu Gast bei der Familie Borgmann. Seine Großeltern leben in Mainz.
Ein Jahr im Ausland, ein Jahr in fremder Umgebung bei einer neuen Familien. Eduardo Reyes Kreie aus der Millionenstadt Cale in Südwest-Kolumbien hat sich dafür entschieden. Seit September letzten Jahres lebt der 17-Jährige bei Familie Borgmann in Kirchhellen. „Am Anfang hatte ich schon ein bisschen Heimweh", erinnert er sich. Doch schon nach kurzer Zeit fand er Anschluss an die Familie und seine Mitschüler vom Vestischen Gymnasium.
Auch durch den Sport knüpfte der junge Kolumbi-aner neue Kontakte. „Eduardo ist fußballverrückt und spielt beim VfB Kirchellen", berichtet Gastvater Franz-Josef Borgmann. Gastmutter Agnes ergänzt: „Durch den Fußballverein hat Eduardo viele Freunde gefunden, mit denen er viel Freizeit verbringt."
Die größte Umstellung war für ihn das Wetter: „Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben Schnee gesehen", erzählt Eduardo und ergänzt: „Aber es war ganz schön kalt."
Auch kulinarisch musste sich der Austauschschüler umstellen. „In Kolumbien essen wir Toast und Eier zum Frühstück und meistens zwei Mal am Tag warm", berichtet er aus seiner Heimat: „Das Graubrot hier schmeckt mir nicht, aber an die Brötchen habe ich mich gewöhnt." In der Küche von Familie Borgmann gibt es seit dem Einzug von Eduardo auch kolumbianische Spezialitäten. „Mittlerweile essen wir sehr gerne Kochbanane", erzählt Vater Franz-Josef Borgmann. Für seine Frau ist es ganz natürlich: „Wir wollen die Chan-ce nutzen und auch ein wenig über Kolumbien lernen."
Aber warum wollte der 17-Jährige unbedingt nach Deutschland? „Meine Groß-eltern leben in der Nähe von Mainz, und außerdem möchte ich eine dritte Sprache lernen." Mit der Sprache klappt es gut. „In den ersten zwei Monaten ging es fast nur über Englisch, aber seitdem sprechen wir Deutsch", freut sich Gastmutter Agnes Borgmann.
In den Augen des Kolumbi-aners ist es ein Vorteil, im überschaubaren Kirchhellen zu wohnen: „Hier kennen sich die Menschen untereinander viel besser und es ist leichter für mich Freunde zu finden."
In der Zeit bis zu seiner Abreise im Juli möchte er aber auch noch so einiges sehen. „In den Osterferien fahren wir nach Dresden, Leipzig und Berlin, und Ende April fahre ich dann nach London, Amsterdam und Brüssel.” Außerdem geht es mit Gastvater und Gastbruder Colja noch auf ein Vater-Kind-Wochenende an Pfingsten. „Im Juli steigt dann die große Abschiedsfete", schaut die Familie vorraus. Dann nämlich beendet Eduardo sein Auslandsjahr und Sohn Colja fliegt für ein Jahr nach Argentinien. Eduardo bleibt nur zu sagen: "Ich mag Deutschland."
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