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Gastronomie

„Zu unserem Preis macht es keiner“

08.08.2012 | 17:59 Uhr
„Zu unserem Preis macht es keiner“
Landpartie-Organisatoren Oliver und Winfried Wirtz: „Wir lassen uns nicht unter Druck setzen.“ Foto: Birgit Schweizer

Kirchhellen. Seit zwölf Jahren betreibt Winfried Wirtz mit seinem Sohn Oliver eine Werbeagentur in Schermbeck. Gemeinsam organisieren sie bereits zum siebten Mal die Kirchhellener Landpartie: von Freitag bis Sonntag auf dem Johann-Breuker-Platz. Zwölf Gastronomen schlagen ihre Zelte auf, um ausgewählte Gerichte in einem eleganten Ambiente zu servieren. WAZ-Mitarbeiter Christian Vooren sprach mit Winfried Wirtz über die Vorbereitungen, das Besondere an Kirchhellen und die Zukunft der Veranstaltung.

Wie gehen die Arbeiten voran?

Winfried Wirtz: Super. Bisher ist alles ganz unproblematisch gelaufen. Mittlerweile hat sich in vielen Punkten auch einfach eine Routine eingestellt. Es kommen aber immer wieder neue Dinge dazu. Wir wollen qualitativ immer weiter wachsen, aber nicht quantitativ. Es wird nie mehr als zwölf Zelte geben. Jedes Jahr gibt es Elemente, die entscheidend sind. Diesmal sind es Lichtinstallationen, die in die Deko miteingebaut werden. Das Motto heißt „Blütenpracht und Landvergnügen“.

Welche Momente sind für sie besonders aufregend?

Der schlimmste Moment ist eigentlich der, wenn die Teilnehmer am vorletzten Tag über den Roten Teppich fahren. Wenn da ein Riss entsteht, liegen die Nerven blank. Wenn die Veranstaltung einmal läuft, steht man natürlich auch immer unter Strom. Man hört irgendwo einen Aschenbecher fallen und ist schon elektrisiert. Zum Glück ist bisher noch nichts passiert. Auch nicht mit Betrunkenen. Das liegt wohl daran, dass die Klientel hier weiß, wann Schluss ist.

Ist Routine nur gut, oder kann es auch problematisch werden, wenn man in den immer gleichen Trott verfällt?

Erstmal sind die Vorbereitungen dadurch viel einfacher. Wir arbeiten mit den immer gleichen Partnern. Dadurch wird einiges leichter. Das merkt man immer dann besonders, wenn ein Partner neu hinzukommt. Dann muss man sich selbst auch mal an die Brust fassen und sich klar machen, dass der natürlich viele Dinge nicht wissen kann, die man vielleicht voraussetzt. Mit so einem eingespielten Team ist die logistische Herausforderung dann auch nicht so groß. Höchstens beim Aufstellen der Zelte. Da braucht man Profis. Aber Lampenfieber ist immer da, die Spannung muss auch sein.

Sie sind nun zum siebten Mal in Kirchhellen dabei. Was machen Sie, um dem Publikum etwas Neues zu bieten?

Das werden wir nächstes Jahr in Angriff nehmen. Gourmetfeste gibt es mittlerweile in jedem Dorf, das ist ein Markt geworden. Wir werden uns etwas einfallen lassen, um wieder federführend zu sein. Es wird ein ganz anderes Konzept geben, bei dem das Genießen natürlich weiterhin im Vordergrund steht. Wir haben da was im Kopf, aber mehr kann ich dazu noch nicht sagen.

Sofern es ein nächstes Mal geben wird. Es gibt Stimmen, die die Veranstaltung - auch aus Kostengründen - lieber in Kirchhellener Hand sehen würden, statt sie extern zu vergeben. Macht sie das nervös?

Die Info ist für mich neu. Wir würden uns aber nicht unter Druck setzen lassen. So groß ist der wirtschaftliche Faktor nicht. Unsere Familien würden da eventuell sogar einen Vorteil sehen, was die Zeit angeht. Wir haben sogar schon Feste hinter uns gebracht, die uns Geld gekostet haben. Ganz ehrlich: Ich habe nichts dagegen, wenn das ein anderer macht. Wir würden das zwar gern weiter machen, aber wir können uns ja nicht dagegen sperren, wenn jemand aus den eigenen Reihen in Kirchhellen bereit ist, so ein Fest zu machen. Ich kann nur sagen: die Erfahrungen, die wir in den Jahren gesammelt haben, sind viel Geld wert.

Ohne die geht es also nicht?

Ich wäre mal gespannt, wie jemand ohne diese Erfahrung in das Risiko einsteigt. wir haben so viele Anfragen von Städten, wir hätten sofort eine Ausweichmöglichkeit. Trotzdem würden wir es bedauern, Kirchhellen nicht mehr auf unserem Plan zu haben. Es macht Spaß, es ist ländlich, hier ist Kaufkraft, die Leute sind super nett. Aber ich gehe davon aus, dass es keiner zu dem Preis machen kann. Wer das heiße Eisen anpacken will: viel Glück! Für jemanden, der nicht diese Kompetenz hat, für den wird es sehr schwer. Es sei denn, es ist einer wie wir, der zum Beispiel Grafik, Organisation et cetera übernehmen kann. Nur wenn einer vom Einzelhandel sich aufstellt und sagt, „wir machen das und stecken uns das Geld selber ein“, dann kann ich nur fragen: „welches Geld?“ Es ist aber auch gar keine Frage, jeder ist ersetzbar.

Kommentare
09.08.2012
18:03
„Zu unserem Preis macht es keiner“ - viel Wind um eine Einzelveranstaltung
von buerger33 | #5

Meines Erachtens geht es grds. um das Problem, dass die Kaufmannschaft aus eigener Kraft den Ort für Kunden interessanter machen will/sollte....
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2012-08-08 17:59
Kirchhellen