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Movie Park Germany

„Wir holen das Herz zurück”

26.11.2009 | 20:16 Uhr

2010 wird ein Entertainement-Jahr im Movie Park. Besucherzahlen stiegen um zehn Prozent auf 1,26 Millionen.

Die europäischen Freizeitparks legten in der abgelaufenen Saison bei den Besucherzahlen kräftig zu. Im Schnitt zwischen fünf und acht Prozent. Krösus indes ist der Movie Park Germany. „120 000 Besucher mehr als 2008”, verkündete gestern ein hör- und sichtbar stolzer Parkgeschäftsführer Wouter Dekkers, „insgesamt 1,26 Millionen Menschen wollten Spongebob & Co. sehen.” Eine Steigerung um satte zehn Prozent.

Einmal mehr das Highlight: Halloween. Über 170000 Besucher kriegten das Gruseln. Foto: Birgit Schweizer

Das wurde letzte Woche beim jährlichen Treffen der Freizeitparks Europas dokumentiert, diesmal im amerikanischen Las Vegas: „Wir haben zwei Awards erhalten, für die beste Webside und für das beste Marketingprogramm bei special events, für Halloween”, berichtete Dekkers gestern bei der Bilanzpressekonferenz im Gasthof Berger.

Das von Dekkers entscheidend geprägte neue Konzept geht also auf, und das wird noch deutlicher beim Blick auf das Besucher-Plus seit 2006, dem Tiefausläufer in der Parkgeschichte. Seither kletterte das Besucher-Barometer um 45 % in die Schönwetterzone.

Einsames Highlight des Jahres: einmal mehr die Halloween-Wochenenden. Allein am 31. Oktober stürmten 27 000 Gruselfans die Kassen. „Es stimmt mich traurig, dass Tausende draußen bleiben mussten”, bedauerte Dekkers, „es hätten 40 000 Besucher sein können – das geht natürlich nicht.” Als kleine Entschädigung erhalten die abgewiesenen Karteninhaber für die Saison 2010 eine Freikarte.

Was nicht die Suche nach neuen Strategien für erneut drohenden Massenansturm erspart. Gleich zwei aufeinander folgende Horror-Tage drohen 2010, am 30. und 31. Oktober (Samstag/Sonntag). Für beide Tage werden erstmals Karten separat verkauft. Was einen logistischen Kraftakt erfordert. Dekkers: „Es müssen alle Verkaufsstellen miteinbezogen werden: Hotels, Ruhrpottcard, Internet . . .”

Trotz der Staus rund um den Park gab sich Dekkers zufrieden: „Mit der Sperrung Feldhausens an den Halloween-Tagen hat alles gut geklappt. Das haben auch die Feldhausener Bürger bestätigt. Mein Dank gilt auch allen Behörden, sie haben super mitgespielt.” Wären da nur nicht die Autobahnabfahrten. „Wir hatten vorgeschlagen, sie zu schließen, doch so einfach geht das wohl nicht. Dieses Problem nehmen wir mit in die Hauptdiskussion für 2010.”

Moderate Preiserhöhung

Für die neue Saison sind keine großen Fahrgeschäfte geplant. „Wir holen stattdessen mehr Herz, Emotionen in den Park zurück”, kündigte Dekkers an, „mit Shows, Filmelementen. 2010 wird ein Entertainement-Jahr.” Passt ja zum Kulturhauptstadtjahr.

Moderat die erste Preiserhöhung nach zwei Jahren. Erwachsene berappen 2010 einen Euro mehr: 32 €. Der Eintrittspreis für Kinder (4 bis 11 Jahre) bleibt stabil: 27 €. Zu den Gästen gehören neuerdings auch muslimische Mitbürger. Dekkers erwägt jetzt die Auflage von Flyern auf Türkisch und die Einrichtung eines Gebetsraumes im Park.

Der erneut gute Jahresabschluss wirkt sich auch positiv auf die Stellenlage aus. Die Zahl der Festangestellten wurde um fünf auf 80 erhöht. Und auch bei den Azubis zeigt die Kurve nach oben. Aktuell sind es neun, angepeilt sind 13.

Und ein bisschen träumen darf Wouter Dekkers auch: von einem Hotel am Park und einer Öffnung in der Winterzeit, vor allem rund um Weihnachten, wie es andere Parks demonstrieren. Doch das ist erstmal Zukunftsmusik. Für eine Winteröffnung fehle es vor allem an der Infrastruktur.

Ku.Ki. und "JeKi": Movie Park fördert dieJugend

„Es läuft gut, deshalb möchten wir Kirchhellen und Bottrop auch etwas zurückgeben.” Und dann öffnete Wouter Dekkers die Spenden-Schatulle. Der Movie Park stellt dem Förderverein der Marienschule 1500 € zur Verfügung 3500 € der Musikschule fürs „Jeki”-Projekt (Jedem Kind ein Instrument), mit Zielrichtung Kirchhellener Schulen.

2500 € gehen aufs Konto des Projektes „Ku.Ki. – Kulturarbeit mit Kindern“, das von der Stiftung Wohlfahrtspflege gefördert wird. Es handelt sich um einen Kooperationsverbund, an dem u.a. die Arbeitsgemeinschaft Soziale Brennpunkte e.V. (AGSB, Bottrop) beteiligt ist. Ziel von „Ku.Ki.” ist es, die Alltagskompetenz, insbesondere die Sprachkompetenz, von Kindern in Armutssituationen und ihre spezifischen Selbsthilfepotenziale zu fördern.

Franz Naskrent

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