Verkehrschaos - „Wir gefährden die Bürger Feldhausens“

Wildes Parken von Parkbesuchern im Ortskern von Feldhausen soll es nicht wieder geben, fordert die Bezirksvertretung.
Wildes Parken von Parkbesuchern im Ortskern von Feldhausen soll es nicht wieder geben, fordert die Bezirksvertretung.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Nach dem ärgerlichen Verkehrschaos am Vatertag fordern Bezirksvertreter vom Movie Park und der Stadt Lösungen. Das Problem: die Parkplatzeinfahrten.

Bottrop-Kirchhellen.. Nach fast anderthalbjähriger Debatte hat die Bezirksvertretung eine einstimmige Empfehlung für den Ausbau der Schneiderstraße angegeben. Nicht auf der Tagesordnung stand die Vatertags-Verkehrslage am Movie Park. Dennoch sahen die Bezirkspolitiker dringenden Gesprächs- und Lösungsbedarf.

Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder kleidete seinen Unmut über das Verkehrschaos in Feldhausen in eine „Vorbemerkung, die ich im Namen aller Mitglieder der Bezirksvertretung machen darf“.

Dann holte er tief Luft und legte los: Nach dem Riesen-Stau am Vatertag müsse man „unbedingt und schnellstens“ die Verkehrsprobleme in den Griff bekommen: „Wir gefährden die Bürger Feldhausens, wenn durch die Ortsmitte kein Rettungswagen mehr durchkommt.“ Die Bringschuld für Lösungen liege beim Park, aber auch die Verwaltung sei in der Pflicht, auf Abhilfe zu dringen: „Wir erwarten, dass wir schnell eine spürbare Entlastung bekommen.“ Das Hauptproblem, ergänzte CDU-Fraktionschef Bernhard Steinmann, seien „die Parkplatzeinfahrten, die nicht geöffnet wurden".

Ausbau Schneiderstraße

Den Beschlussvorschlag der Verwaltung zum Ausbau der Schneiderstraße mit einer einstimmigen Empfehlung versehen an den Bau- und Verkehrsausschuss weiter gereicht, der im Juni den Beschluss fassen soll. In diesem Gremium werden dann auch Details über die Anwohnerbeteiligung an den Kosten diskutiert werden.

Tiefbau-Fachbereichsleiter Heribert Wilken hatte zuvor noch einmal deutliche Worte gefunden für den Zustand der Straße: „Die Platten werden uns unter den Händen zerrieseln, wenn wir sie anheben.“ Und: „Wer schneller als mit Tempo 30 durch die Schneiderstraße fährt, der braucht einen SUV, oder ihm bricht eine Achse.“ Sofortiges Handeln sei „zwingend notwendig“.

"Wir putzen Klinken und nehmen jeden mit"

Die 42 Kirschbäume entlang der seien krank und sollen nach den Plänen der Verwaltung ersetzt werden durch 91 Spitzahornbäume. Wilken warb mit der Summe von 125 geschaffenen Stellplätzen. Vor der Baumaßnahme werde es noch einmal eine ausführliche Bürgerinformation geben: „Wir putzen Klinken und nehmen jeden mit.“ Eine erneute Offenlage der Pläne hat die Verwaltung nicht mehr vorgesehen, sagt Wilken: „Ich glaube, wir haben inzwischen intensiv genug diskutiert.“

Die Wünsche der Politik für die Gestaltung des Ausbaus seien im neuen Verwaltungsvorschlag „weitgehend berücksichtigt“, sagten die Fraktionschefs von CDU und SPD, Bernhard Steinmann und Willi Stratmann. Allerdings haben sich die Geschäftsleute entlang der Schneiderstraße an die Stadt gewandt mit dem Wunsch, die Bauzeit durch Wochenend-Bauarbeit zu verkürzen - und für die Dauer der Bauarbeiten von der Gewerbesteuer befreit zu werden.

Baumaßnahmen gemeinsam ausschreiben

20 Monate werden die Bauarbeiten für den Neubau eines Grund- und Regenwasserkanals sowie die Straßensanierung dauern, schätzt Wilken. Um Zeit zu sparen, werde die Stadt beide Baumaßnahmen gemeinsam ausschreiben; das habe sich an der Osterfelder Straße bewährt (die WAZ berichtete).

Keine Angaben machte Wilken auch auf Nachfrage über den Baubeginn. Er verwies darauf, dass die Verwaltung während der Debatte über den Ausbau der Schneiderstraße andere Vorhaben vorgezogen habe. Frage von Dorothee Askemper (CDU) „Kann es auch 2017 werden?“ Kein Dementi.