Trotzdem wählen gehen
11.08.2009 | 20:37 Uhr 2009-08-11T20:37:00+0200Sehr wahlkampfverdächtig klingt die durch eine Indiskretion aus einem nichtöffentlichen Ausschuss in Gang gesetzte Auseinandersetzung um den Jugendtreff Spargelhof".
Schon mal was vom „Unterausschuss Jugendplanung” gehört? Wie sollten Sie auch: Dieses Gremium tagt unter Ausschluss der Öffentlichkeit, in der Regel. Es sei denn, es ist Wahlkampf. Da kann es dann vorkommen, dass Öffentlichkeit hergestellt wird. Durch gezielte Indiskretion. Wie beim „Jugendtreff Spargelhof”.
Und jetzt schaut's nach langem Burgfrieden so aus, als ob zwei Parteien sich bockig querlegen, ja das Projekt verhindern wollen. Nein, so einfach ist das nicht. CDU und ÖDP geben nur zu bedenken, dass hier ein Projekt allzu schnell durchgeboxt werden soll. Ohne eingehende Information des zuständigen Jugendhilfeausschusses, in dem auch Vertreter potenzieller Träger sitzen.
Schließlich: Da wird kein Buswartehäuschen eingerichtet, sondern ein Jugendtreff mit hohen Investitions- und Betriebskosten. Dazu und über vieles andere mehr, zum Beispiel über Konzepte und Inhalte, erwartet auch der Träger eingehende Aufklärung, bevor er seinen Hut in den Ring wirft. Soviel Zeit muss sein.
Wahlkampfverdächtig übrigens auch die Vorverlegung der Ideenwerkstatt vom Ende auf den Anfang der Ferien. Und mitten in den Ferien dann die Sitzung des Unterausschusses. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Leidtragende sind die Jugendlichen, auf deren Rücken das Wahlkampfgeplänkel ausgetragen wird. Der Sache Jugendtreff dienlich ist das nicht, dem Engagement der Jugendlichen ebensowenig. Auch nicht dem Ziel, Politikverdrossenheit abzubauen. Doch die wahlberechtigten Jugendlichen werden aus dem kleinen politischen Lehrstück ihre eigenen Lehren ziehen – und hoffentlich die richtige Wahl treffen: trotzdem wählen gehen.
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Gut, Herr Naskrent, es geht doch! Und das hat auch sicherlich nicht weh getan.