Tiffy’s Tasche
12.02.2010 | 21:30 Uhr 2010-02-12T21:30:00+0100
Bottrop.Der Hund von heute besitzt einen Schlafanzug oder eine Schalke-Jogginghose. „Nur was Nützliches gibt’s kaum“, klagt Sabine Kurzenacker, „vergeblich habe ich nach einem Tragegurt für meinen Hund Tiffy gesucht.“ Dann hat sie selber einen entworfen und zum Patent angemeldet.
Hunde-Orthopäde
war hellauf begeistert
Irgendwann war sie die Schlepperei leid und begann zu tüfteln: an einem Tragegurt für Hunde in allen Lebenslagen und allen Gewichtsklassen. Den Prototyp ließ sie bei einer befreundeten Schneiderin nähen und stellte ihren Entwurf einem Hunde-Orthopäden in Schwelm und einer Tierärztin in Essen vor. Tiffy stand Modell. „Beide Ärzte waren hellauf begeistert und stachelten mich an, die Idee weiterzuentwickeln.“ Anderthalb Jahre trickste die Wahl-Kirchhellenerin am Tragegurt ‘rum, in engem Kontakt mit den Tiermedizinern, die immer wieder neue Verbesserungsvorschläge machten. „Größtes Problem war, die enormen Größenunterschiede der Hunderassen in etwa auf einen Nenner zu bringen.“
2008 war es dann so weit. „Tiffy’s Tasche“ war serienreif. Sabine Kurzenackers erster Weg führte zum Patentamt. Für satte 4000 € sicherte sich die frühere Außenhandelssachbearbeiterin einer Bank das Copyright. Insgesamt hat die Entwicklung von Tiffys Tasche 7000 € verschlungen.
In die Schlagzeilen geriet „Tiffy’s Tasche“ erstmals 2007, durch eine armselige rumänische Schäferhündin. „Das Tier hatte man in ihrer Heimat vor eine Straßenbahn geworfen“, schüttelt Sabine Kurzenacker den Kopf, „dabei war ihr ein Bein abgefahren worden.“ Über die TV-Sendung „Tiere suchen ein Zuhause“ kam Hündin Lia-Elisabeth nach Hamburg – „das Schicksal dieses Hundes hat mich so sehr berührt, dass ich Lia-Elisabeth eine Tasche geschenkt habe.“
So langsam rechnet sich Sabines Investitionen in Zeit und Geld. Ein Versandhandel hat einige hundert Exemplare geordert, eine Fachmarktkette für Heimtierbedarf hat ebenfalls Interesse signalisiert. Längst genießt Tiffy’s Tasche bundesweit einen Ruf als Tragegeschirr für gehbehinderte und frisch operierte Hunde. Und auch bei älteren Menschen steigt die Nachfrage. „Meine Havanneser wiegen so knapp 10 Kilo, das reicht aber schon, wenn man sie tagtäglich tragen muss, aber was sollen da erst Besitzer von Schäferhunden oder Berner Sennhunden sagen?“, weiß die gebürtige Essenerin, „und für ältere Leute ist das Treppensteigen auch so schon eine Qual.“ Mit dem Tragegeschirr können Hunde leichter in die Wanne gehievt und auch wieder herausgeholt werden. Und ganz aktuell: „Ich trage meine beiden Hunde Tiffy und Shirley über die Bürgersteige, wenn dort mit Salz gestreut ist, um ihre empfindlichen Pfötchen zu schonen.“
Übers Internet gewann Kurzenacker mittlerweile Kunden aus dem Ausland, etwa Tierarztpraxen in der Schweiz und in Belgien. International auch die Produktion: „Ich lasse in Polen fertigen, sonst könnte ich mir das gar nicht leisten.“ Die Preise liegen je nach Hundegröße zwischen 69,95 und 89,95 €.
20:13
günstig in Polen produzieren lassen und hier in Deutschland die Kohle kassieren. Deutschland hat ja kaum Arbeitslose. aber ich frage mich eh, wer braucht so einen Schwachsinn.die Hunde wirken auf den Fotos nicht gerade glücklich
14:23
Da freuen sich die Polen. Es gibt wieder neue Arbeitsplätze.