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Tiere teilen Freud und Leid

05.10.2011 | 18:57 Uhr
Tiere teilen Freud und Leid
Bettina Malzahn und ihr Hund „Teddy“ nahmen am außergewöhnlichen Gottesdienst am Jugend-Kloster teil. Foto: Birgit Schweizer / WAZ FotoPool

Kirchhellen.Mit Gitarre, Gebell und dem Kirchenlied „Laudato si“ startete am Dienstagabend ein außergewöhnlicher Gottesdienst auf der Wiese des Jugend-Klosters. Etwa 50 Teilnehmer plus Chor umringten im Freien ein großes Kreuz – mittendrin: neun Hunde und ein braun-weißes Schlappohrkaninchen, die ebenfalls Gottes Segen erhalten sollten.

Denn Kai Kaczikowski, Leiter des Jugendpastorals am Kloster, sprach bei der Messe nicht nur die Menschen, sondern auch deren vierbeinigen Freunde an. Eine recht ausgefallene Idee, aber mit Tradition. Kai Kaczikowski hat bereits Tiersegnungen in Chicago erlebt. „Wir segnen Autos, Felder, Häuser – warum nicht auch Tiere?“, fragte der 42-Jährige. Und auch das Datum war nicht willkürlich gewählt: Dienstag, der 4. Oktober, war Namenstag des Heiligen Franziskus, und der stand mit Tieren in besonderer Verbindung.

Die Idee traf auf viel Zuspruch: Auf jedes Tier kamen etwa fünf Menschen. „Tiere teilen Freud und Leid“, sagte Anne Greve. In ihrer Familie werden die beiden Möpse Monthy und Lucy gehegt und gepflegt. „Und wenn unsere Tochter mal weint, leckt Monthy ihr die Tränen ab“, erzählte die 51-Jährige. Monthy ist ein Jahr alt. Das kleine schwarze „Wollknäuel“ Lucy ist mal gerade drei Wochen auf der Welt.

Auch Monika Endemann weiß, dass Tiere in schweren Momenten helfen. Sie bekam von ihrem Sohn einen Welpen geschenkt. „Als mein Mann starb, hat mein Hund mir geholfen, die Einsamkeit zu besiegen. Ich wünsche mir, dass mein Rocky lange gesund bleibt“, sagte die 65-Jährige und blickte zu ihrem vierjährigen schwarzen Labrador.

Hundegeheul zur Musik

Das Motiv für den ungewöhnlichen Gottesdienst erklärte Kaczikowski mit der Schöpfungsgeschichte: „Wir wollen Gott dafür danken, dass er uns diese Tiere zum treuen Begleiter erschaffen hat“ sagt Kai Kaczikowski.

Im Mittelpunkt des Gottesdienstes stand das Kennenlernen von Tieren und ihren Besitzern. Die Besucher teilten sich in kleine Gruppen, je nach Alter des Tieres. Die Kontaktaufnahme war einfach: Bereits das gemeinsame Lachen über das Heulen der Hunde mit Einsatz der Musik führte zur Unterhaltung.

Ins „Konzert“ stimmten weiter ein: zwei Malteser, ein Westi-Mix, zwei kleine schwarze Mischlinge und der ausgebildete Ungarische Vorstehhund von Katharina Gaßmann. Für die ausgebildete Jägerin ist die Segnung ihres Jagdhundes wichtig, da der Hl. Hubertus Schutz bei der Jagd biete. Auch eine halbe Schulklasse nahm an der Tiersegnung teil. Renée (13) hatte seinen Malteser Teddy und Lena (12) ihren einjährigen Mischling Tino dabei.

Zum Schluss wurde jedes Tier einzeln von Kai Kaczikowski mit Weihwasser gesegnet. Die Haustiere waren sichtlich verwirrt. Mit großen Augen beobachteten sie das Geschehen, zuckten und schüttelten sich, als sie die Tropfen spürten.

Julia Lippert

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Kommentare
06.10.2011
17:45
Tiere teilen Freud und Leid
von spoon | #3

Das nächste wäre dann die kirchliche Trauung zwischen Hasso und Anke. #1Der Pfarrer sollte sich um Kinder kümmern? Um meine lieber nicht,ich lese zu oft Zeitung

06.10.2011
15:45
Tiere teilen Freud und Leid
von fields | #2

1
Die kalte Nase meines Hundes ist wärmer als die Kaltschnäutzigkeit mancher Menschen!

06.10.2011
12:45
Tiere teilen Freud und Leid
von unglaeubiger | #1

Hoffentlich haben die Viecher auch das Kreuzzeichen gemacht.Sind das die neuen Kirchensteuerzahler.
Für Kinder hat man ja heute nichts mehr übrig.Der Pfarrer sollte sich um Kinder kümmern und nicht um Köter.

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