Stadt hat kein Geld für neue Laternen am Lippweg

Die Strommasten am Lippweg bleiben: Die Stadt will die Straßenbeleuchtung noch nicht erneuern.Foto:Heinrich Jung
Die Strommasten am Lippweg bleiben: Die Stadt will die Straßenbeleuchtung noch nicht erneuern.Foto:Heinrich Jung
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Was wir bereits wissen
Die Strommasten dort werden eigentlich nicht mehr benötigt, bleiben aber stehen für die Straßenbeleuchtung. Stadt: Erneuerung wird noch dauern

Bottrop-Kirchhellen..  Anwohner sprechen von einem Schildbürgerstreich, die Stadt von konsequenter Sparpolitik. Es geht um die Stromleitungen der ELE am Lippweg, an denen auch die Straßenbeleuchtung hängt. Und das wird auch so bleiben, obwohl die ELE am unteren Lippweg die Haushalte gerade an ein neues Erdkabel angeschlossen hat.

Die Strommasten sind also eigentlich nur noch eine überbezahlte Aufhängung für die Straßenbeleuchtung, weil der Lippweg im städtischen Sanierungsprogramm noch lange nicht dran ist. Und bis dahin gibt’s kein Geld für neue Lampen. Johannes Ostrop hatte sich Anfang des Jahres schon gefreut, als die ELE am Lippweg die Haushalte an ein neues, modernes Erdkabel anschloss. „Prima! Die Anwohner freut es, weil dann einige Masten aus der Landschaft endlich verschwinden können.“ Allerdings passiert jetzt genau das nicht am Lippweg.

Der Stromversorger hatte der Stadt in der Tat angeboten, die beiden Straßenlaternen am Lippweg aus dem neuen Erdkabel zu versorgen, bestätigt die Stadt. Die hat das Angebot aber nicht angenommen, weil für diese Umstellung kein Geld im Haushalt vorgesehen ist. Die Folge, ärgert sich Ostrop: „Die alten Stromleitungen werden sogar noch gegen neue Strommasten getauscht, und eine neue Versorgungsleitung für zwei Straßenlampen wird aufgehängt und angeschlossen, obwohl das neue Kabel jetzt in der Erde liegt.“

So ist das, bestätigt Thorsten Radau, beim Fachbereich Tiefbau und Stadterneuerung zuständig für Bestand und Unterhaltung. „Wir konzentrieren uns auf unser laufendes Programm. Für alles außer der Reihe ist im Haushalt kein Geld vorgesehen.“ Derzeit läuft ein Programm, bei dem die städtische Beleuchtung nach und nach auf moderne LED-Technik umgestellt wird. Von den insgesamt 12 000 Leuchten im Netz sind rund 1000 bereits LED-Leuchten. Bis zum Jahr 2020 sollen sogar 3000 LED-Leuchten für Licht in den Straßen sorgen. „Wenn ich in 22 Jahren in Rente gehe, ist ganz Bottrop mit LED-Leuchten ausgestattet“, hatte Thorsten Radau im Sommer vorher gesagt (die WAZ berichtete).

„Die Anlage mit der Freileitung ist bestimmt kein Beitrag zum Wettbewerb ,Unser Dorf soll schöner werden’“, gibt Radau zu. Aber: Neues Licht am Lippweg werde es erst in Verbindung mit einem endgültigen Straßenausbau geben. „Und das ginge richtig ins Geld“, warnt Radau: Die Kämmerei achte mit Argusaugen darauf, dass die Anwohner bei Ausbauprogrammen zur Kasse gebeten werden - nach Radaus Angaben mit bis zu 80 Prozent der Kosten.