Sie schenkte Schülern die Lieber zur Musik

Ganz entspannt im Garten:  Esther Teuwen hat 42 Jahren Abschied vom Schulleben und nach 24 Jahren vom Flötenchor genommen. Sie hält es mit Loriots Motto: „Das ist mein erster Ruhestand. Ich übe noch.“Foto:Winfried Labus
Ganz entspannt im Garten: Esther Teuwen hat 42 Jahren Abschied vom Schulleben und nach 24 Jahren vom Flötenchor genommen. Sie hält es mit Loriots Motto: „Das ist mein erster Ruhestand. Ich übe noch.“Foto:Winfried Labus
Foto: Labus / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Nach 24 Jahren gibt Esther Teuwen die Leitung des Flötenchors der Schule Grafenwald ab:Sie ist nach 42 Lehrer-Jahren in den Ruhestand gegangen und holt erst mal ganz tief Luft

Die Grundschule Grafenwald verliert ein Alleinstellungsmerkmal. 1991 hat die Lehrerin Esther Teuwen den „Flötenchor Schule Grafenwald“ gegründet bis zum Schuljahresende geleitet und dafür gesorgt, dass der „Chor“ längst zum, Orchester gewachsen ist. Jetzt ist sie nach 42 Lehrer-Jahren in den Ruhestand getreten. Der Musik wird sie weiter verb unden bleiben. Aber in welchem Ausmaß - das wird sie sich jetzt in aller Ruhe überlegen.

Ihren Abschied hat sie, wie es sich gehört für eine Künstlerin, inszeniert als kleine Tournee: „Ich habe mich langsam auf den Abschied vorbereitet“, und angefangen hat sie damit schon 2013, als sie mit ihrem letzten vierten Schuljahr eine Musical-Aufführung von „Pippi Landstrumpf“ gestemmt hat.. Sie hat sich im Juni verabschiedet von ihren „großen“ Flötenkindern, von denen einige jetzt selbst Musik studieren oder selbst schon Schulmusiker oder Musiklehrer sind (ebenso übrigens wie Tochter Evelyn und Sohn Erik). Hat sich verabschiedet vom aktuellen Flötenchor; von ihren „großen“ Schülern, die sie vor sechs Jahren als Viertklässler auf die weiterführenden Schulen geschickt hat und von denen 15 von 22 gekommen sind; vom Team des Offenen Ganztags; natürlich von ihrer 2b und zum Schluss offiziell vom Kollegium. „So war am Schluss alles gesagt und geregelt, und ich musste nur noch gehen.“

Wie hat das eigentlich begonnen mit dem Flötenchor? Esther Teuwen hat an jeder Schule, an der sie unterrichtete, Schulchor und Instrumentalkreis gegründet, an der Hauptschule West in Ennepetal ebenso wie an der Hauptschule Bonifacius in Bottrop(siehe Zweittext). Als sie 1991 nach Grafenwald kam, „bin ich in eine Marktlücke gefallen“, erinnert sie sich. Die bis dahin aktiven Flötenlehrer hatten sich Richtung Musikstudium verabschiedet. Esther Teuwen stellte die Wahl: Schulchor oder Flötengruppe, und fand auf Anhieb 20 Schüler, die Flöte spielen wollten. Zu den Blockflöten kamen Querflöten, Klarinetten, Saxophone, Posaunen und Pauken; der Chor, der längst ein Orchester war, umfasste bis zu 100 Musikern. Inzwischen ist die Grundschule nur noch einzügig, aber ihr letzter Chor kann sich immer noch hören lassen: Unter den 31 jungen Musikern sind 10 Anfänger, 4 Fortgeschrittene - und 17 Ehemalige.

500 Kinder haben ihre Flötenkurse durchlaufen. Weil so viele frühere Schüler bei der Stange geblieben sind, kann sie auf eine „wunderbare Erfahrung“ zurückblicken: „Ich habe mit engagierten Menschen im Alter von 7 bis 50 Jahren musiziert und ihre Entwicklung im Zusammenspiel miteinander wahrgenommen. Bei all diesen Menschen bedanke ich mich für die gute und niveauvolle Musikgemeinschaft.“.