Schwarze Schwäne zur Begrüßung
15.11.2009 | 17:15 Uhr 2009-11-15T17:15:00+0100Bottrop-Kirchhellen. Gleich zwei gewaltige Schwäne begrüßten die Besucher am Eingang der Reithalle an der Vogelsrauh, wo der Rassegeflügelzuchtverein Kirchhellen am Samstag wieder seine schönsten Tiere präsentierte.
In einer großen Ausstellung gab es neben prachtvollen Trauerschwänen auch Gänse, Enten, Hühner, Tauben und Wachteln aller Farben und Größen zu sehen. Die besten Tiere waren schon vor der Veranstaltung mit Schleifen ausgezeichnet worden.
Johann Titkos freute sich, denn eine seiner Luzerner Tauben trug am Samstag eine große Schleife mit der Aufschrift „hervorragend”, eine Auszeichnung, die dieses Jahr nur 17 Mal vergeben wurde, die rangniedere Wertung „vorzüglich” sogar nur fünf Mal. Natürlich ist das eine große Ehre für jeden Hobbyzüchter”, fasste Titko seine Freude in Worte, „insbesondere, wenn man der einzige in der näheren Umgebung ist, der diese Taubenart züchtet.”
Einmal auf große Schauen kommen und einen Preis gewinnen, das war auch Lars Schlüters großer Traum. Mit 15 Jahren gehört Lars zu den so genannten Jungzüchtern, die auch am Samstag zahlreiche ihrer Tiere vorstellen durften. Ob sein Hobby ungewöhnlich sei? „Vielleicht ein wenig”, gab Lars zu verstehen, jedoch habe ihn das Fieber des Züchtens voll und ganz ergriffen. „Mir gefällt es, meine Tiere zu beobachten und ihnen zuzuhören. Besonders fasziniert mich aber, immer wieder neue Paarungen auszuprobieren. Es ist ein tolles Hobby, auch wenn dabei fast das gesamte Taschengeld drauf geht.” Umso ungewöhnlicher gestaltet sich auch der Beginn seiner Zuchtleidenschaft, die vor etwa sechs Jahren entstand. „Mein Opa hat mir einfach ein paar Hühner geschenkt”, sagt der 15-Jährige. „Zuvor hatte er schon einen Stall gebaut.”
Blickpunkt der Ausstellung blieben - für Laien zumindest - wohl die beiden schwarzen Schwäne von Marcel Königshausen (16). Auf einem Bauernhof aufgewachsen, züchtet er seit jungen Jahren Rassegeflügel. Sein Wissen habe er sich eigenständig angeeignet. „Ich habe mich mit vielen Bekannten über das Züchten unterhalten”, sagt Marcel. „Die meisten Informationen habe ich aber aus dem Internet und aus Büchern.” Seit seinem neunten Lebensjahr kümmert er sich täglich ein bis zwei Stunden um seine vier schwarzen Trauerschwäne und die vielen Gänse und Enten, die er im nahe gelegenen Teich hält. Warum die schwarzen Tiere? „Schwarze Schwäne sind einfach etwas Besonderes. Sie sind viel unbekannter als ihre weißen Geschwister und sehen einfach topp aus.”
Beruflich will Marcel lieber Arzt als Landwirt werden. Dennoch möchte er sein Hobby auch künftig nicht missen. Er lacht wieder: „Andere halten Schäferhunde, ich halte eben Schwäne.”
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