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Schulen im Verbund

18.02.2010 | 21:23 Uhr
Schulen im Verbund

Die FDP-Ratsfraktion hat mit ihrer Forderung nach dem Bau einer Realschule (WAZ, 17. Februar) eine heftige Diskussion über die Kirchhellener Schullandschaft angestoßen. „Wahrlich eine Unzeit, jetzt eine neue Schule zu fordern“, schüttelt Dr. Anette Bunse den Kopf. „Und dann noch nach altem System“, ergänzt Dorothee Askemper und meint mit „alt“ das dreigliedrige Schulsystem. Die beiden CDU-Politikerinnen sehen im Gegensatz zu FDP-Ratsherr Oliver Mies keinen Bedarf für eine dritte weiterführende Schule, also eine Realschule im Dorf.

Allerdings mit dem gleichen Hintergrund. Wie Mies fürchten auch sie vor Ort eine Konkurrenz für Hauptschule und Vestisches Gymnasium – aber nicht wie der FDP-Ratsherr durch eine Gesamtschule, sondern durch eine Realschule: „Wir müssen damit rechnen, dass durch eine Realschule das Gymnasium und die Hauptschule geschädigt würden“, gibt CDU-Landtagskandidatin Dr. Bunse zu bedenken, „und was haben wir dann? Wieder nur zwei Schulen, weil eine kaputt gemacht würde.“

Genauso sieht das die CDU-Kreisvorsitzende Askemper: „Wir können doch nicht alle drei Schultypen nebeneinander installieren und glauben, es wird schon funktionieren“, und bringt dann das eigentliche Problem auf den Punkt, „es ist politisch vielleicht auch nicht so gewollt.“ Die langjährige Bezirksfraktionssprecherin spielt damit auf die Zeit nach der NRW-Landtagswahl an. Politische Kreise in der Landeshauptstadt rechnen parteiübergreifend mit einer grundlegenden Schulreform. Wie das im Detail aussehen wird, hängt u.a. von den Koalitionsvarianten ab.

„Wir könnten uns zum Beispiel für Kirchhellen einen Schulverbund vorstellen“, offenbaren Askemper, Bunse und Kirchhellens CDU-Vorsitzender Christof Bußmann in einem WAZ-Gespräch, „da gibt es ja verschiedene Modelle.“ Als wünschenswert bezeichnen alle drei vor allem, dass ein Wechsel der Schüler von einem Schultyp zum anderen „möglichst fließend“ über die Bühne gehen sollte.

Gegen eine neue Realschule in Kirchhellen spreche auch die vor rund 10 Jahren getroffene Entscheidung für eine Realschule im Fuhlenbrock. Askemper: „Auch wir in Kirchhellen haben der Schule zugestimmt, mit einem Spezialverkehr für die Schüler aus Kirchhellen.“ Und mittlerweile komme jedes Jahr eine Kirchhellener Klasse zustande. Schließlich bezweifeln Bußmann und Askemper eine verlässliche Planung mit dem Feuerwehrgelände als Schulstandort: „Wer den städtischen Haushalt liest, sieht, dass erste Planungskosten für die neue Wache im Gewerbegebiet Pelsstraße erst im Etat für 2013 vorgesehen sind.“

nn

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Kommentare
18.02.2010
21:36
Schulen im Verbund
von Olli B. | #2

Da sieht man, wie weit weg die CDU von den Bürgern ist. Bevor sich die Kirchhellener Spitzen vor die Presse stellen, sollten sie lieber mal in die Bevölkerung reinhören. Nicht nur Eltern, auch die von Grundschulkindern, sondern auch die Schülerinnen und Schüler, die zu Realschulen pendeln müssen, wünschten sich einen Kirchhellener Standort.
Die Realschule in Fuhlenbrock hat vielleicht die Zustimmung der CDU gefunden, nicht aber die der Bevölkerung. Nicht umsonst zieht es die meisten Realschüler nach Dorsten und Gladbeck. mittlerweile komme jedes Jahr eine Kirchhellener Klasse zustande, heißt es von Frau Askemper. Drei Klassen könnte es in Kirchhellen geben. Dazu noch Kinder und Jugendliche, die nicht weit fahren müssen und mehr Zeit für Hausaufgaben, Freunde und Familie haben. Das aber ist der Union egal. Die FDP-Forderung liest sich für mich wie ein Auftrag mit Perspektive auf die kommenden Jahre. Von Wir bauen jetzt kann keine Rede sein.
Was mir besonders Sorgen macht, ist das CDU-Gedankenspiel um Koalitionsvarianten in Düsseldorf. Sollen wir etwa mit Grünen Hamburger Verhältnisse bekommen, wo gerade ein komplettes Schulsystem zerschlagen und durch Pfusch ersetzt wird. Schauen Sie nach Hamburg, dort regiert das Chaos. MIt vernüfntiger Haupt-, Realschule und Gymnasium können wir besser die Fähigkeiten unserer Kinder fördern.
Meine Kinder würde ich übrigens gerne in Kirchhellen zur Schule schicken als in de Nachbarstadt ...

18.02.2010
20:47
Schulen im Verbund
von rose1979 | #1

diese Diskussion gab es vor etlichen Jahren schon einmal. die dafür gebaute Realschule in Fuhlenbrock nimmt lustigerweise kaum Kirchhellener auf. die meisten müssen auf andere Realschulen in Bottrop oder Gladbeck ausweichen. die meisten Schülerinnen entscheiden sich für die Ursulinen in Dorsten.
wenn man die Anzahl der Schüler nimmt, lohnt eine Realschule in Kirchhellen.
viele Eltern, melden ihr Kind auch nur am Gymnasium an, weil sie ihrem Nachwuchs den langen Schulweg ersparen wollen. einige Schüler wären aber auf einer Realschule besser aufgehoben. das gilt auch für die Hauptschule nur im umgekehrten Fall.
Leider verschließt die Polikik ihre Augen vor dem was Kirchhellen wirklich braucht.
im Bereich Bildung, Betreuung und Förderung hat Kirchhellen dank der Politik viel aufzuholen

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