Plädoyer für die christlichen Werte
05.12.2010 | 17:58 Uhr 2010-12-05T17:58:00+0100
Kirchhellen.Zum 110-jährigen Bestehen der Kolpingsfamilie Kirchhellen bekam die 600 Mitglieder starke Organisation Besuch aus Düsseldorf: CDU-Fraktionschef Karl-Josef Laumann hielt die Festrede.
Der Politiker aus dem Münsterland ist Kolpingsbruder und beschäftigte sich in seiner Rede „Tiefschlaf oder Tatendrang - die Zukunft der christlich-sozialen Bewegung“ vor allem mit der Bedeutung von christlichen Werten in der Gesellschaft: „Es war nicht der deutsche Staat, der sich zu Zeiten von Adolf Kolping um die Menschen gekümmert hat, es waren vor allem die Kirchen.“
,Zur Freiheit und Verantwortung berufen’
Heute werde in den Zeitungen von Skandalen in der Kirche berichtet. „Wir alle wissen, dass das schlimm ist, aber niemand erwähnt mehr, dass es viele Krankenhäuser und andere soziale Einrichtungen nur durch sie gibt“, sagte Laumann.
Neben Themen wie dem demografischen Wandel, Großinvestitionen und Chancengleichheit legte er in seiner Ansprache den Schwerpunkt auf die bisherigen Leistungen Deutschlands, die den christlichen Werten mit zu verdanken seien: „Wir haben nach dem Krieg diesen Staat nicht nur durch Fleiß wieder aufgebaut. Der Hauptgrund war der gesamtgesellschaftliche Konsens christlicher Werte. Ein christlich-sozialer Mensch ist zur Freiheit und Verantwortung berufen. Freiheit ohne Verantwortung gibt es nicht“, sagte Laumann. Vieles sei erreicht worden, etwa die soziale Marktwirtschaft und Wohlstand für breite Schichten der Bevölkerung. Die soziale Marktwirtschaft sei erheblich durch christliche Grundwerte geprägt.
Laumann bedauerte, dass es der Organisation allgemein an Nachwuchs fehle und gratulierte den Kirchhellnern zu ihrer großen Mitgliederzahl.
Es war jedoch die erste Geburtstagsfeier, ohne dass Neuzugänge vorgestellt wurden. Im letzten Jahr gab es noch 35 neue Kolpingbrüder und -schwestern. „Wir werben die Leute oft in unseren Vater-Kind-Zeltfahrten oder auf Wochenendseminaren an. Da waren wir die letzten Jahre sehr erfolgreich“, erklärte Thomas Stewering, stellv. Schriftführer der Kolpingsfamilie. „Ich denke, dass es nächstes Jahr wieder mehr werden.“
Neben den regelmäßigen Treffen zum Doppelkopf, Tischtennis und Boulespiel veranstaltet die Kolpingsfamilie im kommenden Jahr wieder viele Seminare für Familien mit Kindern. So auch bald das Familienbildungswochenende zum Thema „Internet, Handy und Co“, bei dem der richtige Umgang mit den neuen Medien erklärt wird. „Oft wissen die Eltern selbst nicht, was richtig ist. Deswegen gibt es bei uns ein professionelles Seminar, bei dem natürlich auch Nicht-Mitglieder mitmachen können.“
Neben der Festrede erhielten die Jubilare aus der Hand des ersten Vorsitzenden, Hans-Dieter Hallmann, ihre Ehrenurkunden. Werner Heitland, ehemaliger Kirchenmusiker an St. Johannes, begleitete die Feier musikalisch.
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