Neue Dächer - Schloss Beck in Kirchhellen beginnt Saison

Grundschüler aus Feldhausen machten die Jungfernfahrt mit der neuen Park-Eisenbahn.
Grundschüler aus Feldhausen machten die Jungfernfahrt mit der neuen Park-Eisenbahn.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Der Freizeitpark soll nach und nach allwettertauglich werden. Es gibt neue Überdachungen. Und die Parkeisenbahn fährt natürlich auch wieder.

Bottrop-Kirchhellen.. Die Kindergarten- und Schulkinder Feldhausens durften Schloss Beck schon mal anspielen und waren hörbar angetan. Nach diesem Test startet der Freizeitpark am Samstag runderneuert in die neue Saison. Schwerpunkte der Investitionen waren Renovierungen und Überdachungen: „Wir wollen unseren Park nach und nach allwettertauglich machen“, sagt Schlossherrin Renate Kuchenbäcker.

Klaus Strehl, Vorsitzender des Planungsausschusses, hatte zum Ortstermin in Feldhausen ein dickes Kompliment mitgebracht. Er erinnerte an die 60er Jahre, als das Ehepaar Karl und Renate Kuchenbäcker Schloss Beck übernahm: „Sie haben die Herausforderung angenommen, das verfallene und verwahrloste Anwesen durch die Sanierung und liebevolle Restaurierung zu einem Schmuckstück unserer Stadt zu machen. Sie haben dieses wunderbare Schloss vor dem endgültigen Verfall gerettet. Dafür ist Ihnen die Stadt zu großem Dank verpflichtet.“

"Es gibt schon Pläne für eine dritte Ausbaustufe"

Rund 100 000 Euro haben die Kuchenbäckers im Winterhalbjahr in die Überdachung der letzten Sommer eröffneten Holzspielanlage hinter dem Herrenhaus gesteckt. „Es gibt schon Pläne für eine dritte Ausbaustufe“, sagt Wolfgang Strunkeit, Geschäftsführer der „Kinderland Emsland Spielgeräte“. Dabei sollen auch die Ausläufe der Rutschen ein Schutzdach bekommen, Regen könnte ein Wasserspiel antreiben. Die Maßnahme steht mit weiteren 180 000 Euro aber vorerst nur auf der Wunschliste. Denn: „Vieles, was wir im Winter gemacht haben, sieht man auf den ersten Blick gar nicht“, sagt die Schlossherrin. Trotzdem summieren sich die Reparatur- und Ausbesserungsarbeiten auf weitere 100 000 Euro.

Außerdem haben die Parkbetreiber die alte Parkeisenbahn ausrangiert. Nach fast einem Vierteljahrhundert hat der italienische Bahn-Bauer eine neue geliefert, übrigens erst die dritte seit Eröffnung des Parks. Sie ist für die kleinen Besucher eine der Hauptattraktionen. Die Größeren klettern lieber auf den 220 Meter langen und bis zu 15 Meter hohen Baumwipfelpfad, den die Parkbetreiber 2012 eröffnet haben.

Am Stadtrand von Paris gab es schon 1750 Lustschlösser mit "Verrücktheiten"

Zur Saisoneröffnung erinnern Renate und Karla Kuchenbäcker daran, dass die Tradition der Freizeitparks keineswegs eine amerikanische Erfindung ist. Am Stadtrand von Paris gab es schon 1750 Lustschlösser, errichtet von reichen Kaufleuten mit „Folies“ (Verrücktheiten) wie Karussells, Rutschen, Theater und Straßenkünstlern. Der Stil der Lustschlösser wurde von Architekten wie dem Beck-Planer Johann Conrad Schlaun nach Deutschland gebracht. Walt Disneys „Disneyland“ dagegen entstand erst 1955.