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"Verbotene Liebe"

Movie Park überbot die Müllabfuhr

05.08.2009 | 19:35 Uhr

TV-Stars Jo Weil und Thore Schölermann arbeiteten gestern für 1000 € im Filmpark. Geld für die Aktion „Dein Tag für Afrika”.

Der kleine Erik aus Bielefeld wusste gar nicht so recht, wie ihm geschah. Soviel Fotografen, nur weil er im Free-Fall-Tower mitfährt? Natürlich galt das Interesse Jo und Thore (r.). Fotos: Franz Naskrent

Annette Aldenkirchs ist hin und weg: „Wow, total geil, ich hab' ein Autogramm von Jo und Thore!” Die 21-jährige Beckumerin hoppst und juchzt vor Freude und vergisst völlig, dass sie auf den Free-Fall-Tower will: „Ich hautnah mit den beiden Stars aus meiner Lieblingsserie!”

Dabei haben Jo Weil und Thore Schölermann aus dem ARD-Dauerbrenner „Verbotene Liebe” nahezu unerkannt im Movie Park gearbeitet – bis gestern Nachmittag beim Pressetermin die Kameras blitzen. Und vor allem die jungen Mädels aufmerksam werden. Jetzt kommen Oliver Sabel (bürgerlich Jo) und Christian Mann (Thore) aber gehörig ins Schwitzen: beim Autogramme schreiben. Julia (24) aus Wiesbaden, die Osnabrückerinnen Laura und Kathrin (beide 28), Sabrina (14) und Sabine (20) aus Dortmund – die Mädels stehen Schlange und finden die Serie „unmenschlich gut”. Nur Verena (14), Tobias (11) und ihre Mutti aus Walburg im Westerwald schauen etwas irritiert unter ihren Käppis hervor: „Wer ist das? Haben wir noch nie gesehen.” Dabei wird „Verbotene Liebe” seit 1995 ausgestrahlt. Montags bis freitags. Auch im Westerwald.

„So jetzt müssen wir aber langsam mal was tun”, drängelt der 24-jährige Thore, ein gebürtiger Iserlohner („wir haben das beste Bier!”). Mit dem gebürtigen Frankfurter OIiver Sabel, der 31-Jährige spielt seit 1999 den Jo, verkauft er in einem Elektro-Caddy eisgekühlte Cola und Limo und sorgt dafür, dass die Wagemutigen unter den Parkgästen vor dem Höhenflug im Free-Fall-Tower ihre Schühchen ausziehen.

Für ihren Arbeitseinsatz erhalten die beiden gelernten Schauspieler vom Movie Park sogar einen Lohn. „Wir hätten auch für die Müllabfuhr arbeiten können”, verrät Thore, „aber der Movie Park hat mehr geboten – 1000 Euro.” Grund dafür, dass sich die Angebote überschlugen: Das Geld fließt auf das Konto der Kampagne „Dein Tag für Afrika” von „Aktion Tagwerk”.

Oliver Sabel, pardon Jo Weil findet es „enorm wichtig, dass sich Schüler hier bei uns in Deutschland dafür einsetzen, dass Kinder und Jugendliche in Afrika eine Chance auf Bildung erhalten. Bei uns ist Schulbildung eine Selbstverständlichkeit, dort nicht.” Und Thore Schölermann sieht in der Aktion einen Lernprozess: „Die Schüler engagieren sich, sammeln Geld für andere Kinder und lernen so, Verantwortung zu zeigen und auch an andere zu denken.” Und um tatkräftig mitzuhelfen, nutzen Jo und Thore ihre Popularität. „Da haben wir kein Problem mit, wir sind auch in der Kölner Aids-Hilfe aktiv.” Und dass diese Aktion ausgerechnet in einem Vergnügungspark stattfinde, klinge nur auf den ersten Blick ein wenig verrückt. „Gerade hier ist das eine entspannte Sache, hier erreicht man Leute aus ganz Deutschland, und die hören hier doch auch eher zu als in der Fußgängerzone.”

Die beiden Schauspieler wollen sich langfristig für die Kampagne einsetzen. Thore Schölermann plant sogar einen Einsatz vor Ort in Afrika, „ich will da mit anpacken, helfen.”

Ursprung der Kampagne beim Marsch „Go for Ruanda”

Aktion Tagwerk ist ein gemeinnütziger Verein (e.V.), der die bundesweite Kampagne Aktion Tagwerk - „Dein Tag für Afrika" organisiert. Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland werden aufgerufen, sich einen Tag im Jahr für Gleichaltrige in Afrika zu engagieren.

Der Erlös dieser Kampagne kommt Bildungsprojekten für Kinder und Jugendliche in folgenden fünf Projektländern zugute: Angola, Burundi, Ruanda, Südafrika und im Sudan. Unterstützt werden Projekte der Mainzer Kinderhilfsorganisation HHN.

Hervorgegangen ist der Verein Aktion Tagwerk aus dem Marsch „Go for Ruanda", die die Mainzer Kinderhilfsorganisation Human Help Network (HHN) zugunsten des rheinland-pfälzischen Partnerlandes Ruanda seit 1996 veranstaltet. Seit 2003 wird die Kampagne „Dein Tag für Afrika" in Rheinland-Pfalz veranstaltet. Im Laufe der Jahre beteiligten sich immer mehr Schulen aus anderen Bundesländern, sodass die Kampagne 2007 erstmals bundesweit durchgeführt wurde.

Mitmachen können alle Schulformen von der 1. bis zur 13. Klasse. Alle, die teilnehmen wollen, können an einem Tag freiwillig ihre Schulbücher und Füller gegen Besen, Pinsel oder Gartenschere eintauschen, um sich für Gleichaltrige in Afrika zu engagieren. Ob in einer Projektwoche, beim Schulfest oder im Unterricht während des Schuljahres.

Franz Naskrent

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