Leseratten können aufatmen
20.01.2010 | 19:24 Uhr 2010-01-20T19:24:00+0100Kirchhellener Bibliotheksfiliale nicht im Visier der städtischen „Sparfüchse”. Kämmerer Willi Loeven kein Freund des Bücherbusses.
Der Kelch ist an der Bibliotheksfiliale Kirchhellen offenbar noch einmal vorübergegangen. Jedenfalls steht die Keller-Bücherei, deren Wert allein wegen der zwei Leitungswasserschäden gestiegen ist, nicht unmittelbar im Fokus der städtischen Sparfüchse. Das bestätigt auch Stadtkämmerer Willi Loeven: „Unser Prüfungsauftrag sieht nur vor, ob die Zweigstellen Eigen und Boy zu ersetzen sind.” Gemeint ist ein Bücherbus, den die SPD auf ihrer Klausurtagung Anfang Januar ins Gespräch gebracht hat.
Loeven macht indes keinen Hehl daraus, dass er kein großer Freund von Bücherbussen ist: „Das rechnet sich nicht!” Wie Beispiele in anderen Städten gezeigt haben. Dort fahren keine Bücherbusse mehr, nicht nur aus finanziellen Gründen. „Eine Bücherei bietet heute mehr als nur Bücher”, betont Loeven, „es werden viele Veranstaltungen angeboten.” Und da ist gerade Kirchhellen ein gutes Beispiel. Jede Woche werden auf der Bredde Lesungen, Ausstellungen, Aufführungen geboten. Dank auch des beispielhaften Einsatzes Ehrenamtlicher.
Allerdings sei das Büchereiteam bei seiner Arbeit heutzutage flexibel. Beispiel: Die Bibliotheksfiliale Eigen arbeite mit der Willy-Brandt-Gesamtschule zusammen, nutze auch deren Räumlichkeiten, wissen Kämmerer Willi Loeven und Kulturamtsleiter Dieter Wollek: „Um ein Bücherpaket vorzustellen, dazu benötigt man nicht unbedingt eine eigene Büchereifiliale. Das kann man von der Zentrale in Stadtmitte aus organisieren.”
Im Fall Kirchhellen ist dies offenbar anders. Die Entfernung zum Kulturzentrum an der Blumenstraße ist erheblich größer als etwa vom Eigen. Und ein Stadtteil wie Kirchhellen mit seinen großen Baugebieten, also mit wachsender Bevölkerung, muss natürlich eine ganz andere Infrastruktur anbieten: Dazu gehört eben auch eine Büchereifiliale.
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