Klosterkirche steht vor der Wiedereröffnung

Möbelpacker bringen eine der wieder aufgebarbeiten Chorschranken in den Kirchenraum zurück.
Möbelpacker bringen eine der wieder aufgebarbeiten Chorschranken in den Kirchenraum zurück.
Foto: Matthias Graben
Nach der mutmaßlichen Brandstiftung am 11. September war eine aufwändige Sanierung notwendig. Die Kirchenmöbel sind schon wieder da, die Orgel folgt in Kürze. Erste Messe am 18. Januar

Vier Monate nach dem Feuer im Jugendkloster sind die meisten Brandschäden beseitigt. Die Kosten dafür sind allerdings deutlich höher gewesen als die zunächst genannten 50 000 Euro.

Seit gestern können die Gläubigen wieder sitzen in der Klosterkirche: Möbelpacker brachten die aufgearbeiteten Kirchenmöbel zurück. Allein in der Reinigung der Kirchenbänke stecken 117 Arbeitsstunden, berichtet Hildegard Kückelmann vom Jugendkloster. Noch fehlen die Sitzauflagen und die Stühle im Altarraum für Messdiener und Priester, doch der Kirchenraum erstrahlt frisch gestrichen im neuen alten Glanz. Verschwunden sind die breitflächigen Russflecken, abgeschlagen und neu aufgetragen ist der abgeplatzte Putz im Raum hinter dem Altarraum, in dem am Nachmittag des 11. September 2014 Unbekannte gezündelt und dabei die dort gelagerten Messegewänder in Brand gesteckt hatten.

Für den reinen Brandschaden ist die Gebäudeversicherung aufgekommen. Sie wird wohl keine Möglichkeit bekommen, sich am Brandstifter schadlos zu halten: Die Staatsanwaltschaft Essen hat die Ermittlungen wegen schwerer Brandstiftung inzwischen ohne greifbares Ergebnis eingestellt, sagt Staatsanwalt Joachim Lichtinghagen. Zusätzlich zu den Restaurierungsarbeiten kamen zusätzliche Auflagen in Sachen Brandschutz, berichtet Hildegard Kückelmann. Neben dem Messdiener-Raum, in dem der Brand ausgebrochen war, befinden sich Wohnräume. Die Stadt bestand an dieser Stelle auf zusätzlichen Schutzmaßnahmen. „Dahinter steht jetzt eine Feuerschutzwand“, sagt Hildegard Kückelmann und klopft auf die Wand. „Die mussten wir hoch ziehen bis zum Giebel.“ Und als der Orden schon mal dabei war, hat er auch den Zuschnitt der Räume verbesser: Die Messdiener haben jetzt einen größeren, helleren Raum.

Für solche Maßnahmen waren die Redemptoristen auf Spenden angewiesen. Einen Beitrag zu den Baukosten erbrachte etwa der Benefiz-Trödelmarkt Anfang Dezember, bei dem der Orden wertvolle Gegenstände aus zwei aufgelösten Klöstern verkauft hatte. Jetzt wartet das Jugendkloster-Team noch auf die neue Orgel vom Kasseler Orgelbauer Kisselbach; der Restaurator bringt Kreuz und Tabernakel gereinigt zurück: So langsam wird die Baustelle wieder zur Kirche. Sie wird wieder eröffnet am Sonntag, 18. Januar, mit einer Messe um 10 Uhr.

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