Kleinkunst im kleinen Rahmen - das passt

Im Leopardenfellmantel und mit Perücke eröffnete „Prinz Paule  Brodnenschewski“ alias Berthold van Oepen den Abend in der Wöller Storwe.Foto:Michael Korte
Im Leopardenfellmantel und mit Perücke eröffnete „Prinz Paule Brodnenschewski“ alias Berthold van Oepen den Abend in der Wöller Storwe.Foto:Michael Korte
Was wir bereits wissen
Mit seinem neuen Format „Paules Nacht“ hat Berthold van Oepen auch beim zweiten Mal einen Treffer gelandet. Das liegt auch an der gemütlichen „Wöller Storwe“ als Veranstaltungsort

Fast wie in der beliebten Fernsehsendung „Inas Nacht“ konnten sich am Sonntagabend die Besucher der Gaststätte „Wöller Storwe“ fühlen. Und auch wenn statt des berühmten hanseatischen Fischmarktes „nur“ der Grafenwalder Festplatz als Hintergrund für die Veranstaltung „Paules Nacht“ in der urigen Eckkneipe diente, so konnte der selbst ernannte Karnevalsprinz von Kirchhellen, Paul Brodnenschweski alias Berthold van Oepen gemeinsam mit den eingeladenen Künstlern die rund 50 Besucher im Publikum begeistern.

Dabei ging „Paules Nacht“, diesmal in der „Version 2.0“, bereits in die zweite Runde nach dem durchaus erfolgreichen Testlauf, der im November des vergangenen Jahres absolviert wurde. Schon damals war Berthold van Oepen mit der Idee angetreten, das Grafenwalder Nachtleben „zu revolutionieren“.

Ein Forum für den Nachwuchs

So sieht das Konzept vor, dass mit einer Mischung aus Musik, Poetry-Slam und Comedy nicht nur den Gästen ein rundes Unterhaltungspaket angeboten wird, sondern auch jungen und jung gebliebenen Künstlern aus der Region eine Bühne gegeben werden soll. Die „2.0“ bezieht sich dabei nach van Oepens Angaben vor allem auch auf die vielen technischen Verbesserungen, wie etwa brandneue Moderationskärtchen oder auch einen extra einberufenen Animateur, der die Stimmung im Publikum vor Showbeginn diesmal noch extra „vorheizte“.

Entsprechend bunt war dann auch das Programm an diesem Abend, welches zunächst ganz standesgemäß vom Gastgeber „Prinz Paule“ selbst eröffnet wurde: Fast wie beim großen TV-Vorbild begrüßte der schlaksige Unterhalter in Leopardenfellmantel und blonder Perücke direkt vom Tresen aus sein Publikum und berichtete dabei über die Eigenheiten und Fallstricke einer deutsch-polnischen Freundschaft, die sich vor allem sprachlich nicht immer ganz einfach präsentiert. Eine „Polen-Allergie“ etwa, unter der viele Menschen besonders im Frühjahr leiden, ließ viel Raum für doppeldeutige Interpretationen - aber auch für viel Gelächter.

Etwas für Herz und Seele war dann der auf die Comedy-Einlage folgende Auftritt des Duos Till und Eva, welches auch in dieser Ausgabe den Weg auf die kleine Bühne in der „Wöller Storwe“ fand. Ausgerüstet mit einer Akustikgitarre und zwei kräftigen Stimmen, sorgten die beiden jungen Künstler beim Publikum mit ihrer Neuinterpretation von Ed Sheerans Chart-Erfolg „I see fire“ für einen wahren Gänsehautmoment in der Kneipe.

Motivationsseminar

Heiter wurde es dann kurz darauf wieder beim Auftritt eines jungen Stand-up Comedian: Der präsentierte, in Anlehnung an eine Romanfigur aus dem Buch „Millionär“ von Tommy Jaud, ein Motivationsseminar der besonderen Art. In der Rolle des windigen Lebensberaters Ron Schubert aus Jena präsentierte der Nachwuchskünstler in bestem thüringischem Dialekt den schnellsten Weg zum Reichtum - vor allem aber auch den zu gut trainierten Lachmuskeln. Abgerundet wurde der Abend dann zum Abschluss noch von etwas Folk-Musik.