Kinder haben ein Herz für Vögel und Fledermäuse

Svenja (10),  Silas (7) und Ben (5). zeigen stolz ihre Nistkästen.
Svenja (10), Silas (7) und Ben (5). zeigen stolz ihre Nistkästen.
Foto: Labus / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Im Waldpädagogischen Zentrum am Ruhehorst entstanden die nächsten Nistkästen, die in den Gärten der Erbauer künftig bedrohten Tierarten Schutz und Rückzugsraum bieten sollen

Gemeinsam Spaß haben und gleichzeitig noch etwas Sinnvolles für die Natur und Umwelt tun - diese Kombination gab es am Sonntagmorgen im Waldpädagogischen Zentrum Bottrop in Grafenwald zu erleben. Das Zentrum hatte dazu eingeladen, in einer gemeinsamen Aktion neue Nist- und Fledermauskästen zu bauen.

Wo sonst unter der Woche der außerschulische Unterricht der Bottroper Grund- und Förderschulen stattfindet und auch Führungen und Kurse rund um die lokale Flora und Fauna des benachbarten Waldes für Kinder und Jugendliche angeboten werden, folgten am Wochenende zwölf Kinder der Einladung und hatten, zusammen mit ihren begleitenden Eltern, dann auch jede Menge Freude bei der Konstruktion der aus einzelnen Holzteilen bestehenden Bausätze.

Ausgestattet mit Hämmern und Nägeln, aber auch Lötkolben zur anschließenden individuellen Beschriftung und Dekoration der „Fledermaus-Hotels“, hatten die interessierten Kinder jede Menge Arbeit und sorgten auf dem Weg zur perfekten Fledermaus-Heimat zusammen mit ihren erwachsenen Helfern für zeitweise ohrenbetäubenden Lärm in der Werkstatt am Waldrand. Alles kein Problem für Markus Herber, Organisator des Waldpädagogischen Zentrums, der die Aktion betreute und im Gespräch auch noch einmal den Sinn der Aktion hervorhob: „Für uns war die heutige Aktion ein voller Erfolg. Die Kinder und die Eltern hatten viel Freude beim gemeinsamen Arbeiten, aber auch die heimischen Tiere werden sich darüber freuen, wenn die neuen Nist- und Fledermauskästen in nächster Zeit in der Region zum Einsatz kommen und das natürliche Angebot noch erweitern“, sagte Herber im Anschluss an die Veranstaltung.

Die neu gebauten Kästen, deren Bausätze die Kinder und Eltern zunächst für den guten Zweck vom Zentrum erworben hatten, sollen nun vor allem in den heimischen Gärten der Teilnehmer ihren Platz finden, und dort als Rückzugsraum und mögliche Brutstätte für Fledermäuse dienen. Die Kästen, die im Inneren mit einer verschachtelten Bauweise versehen sind, dienen dort dann als Ersatz für die immer knapper werdenden natürlichen Lebensräume der agilen Flieger, die sich ansonsten gerne an ruhigen Ecken wie Baumhöhlen, Felsspalten aber auch Hausgiebeln niederlassen, die ihnen ausreichend Schutz vor ihren natürlichen Feinden und auch der Witterung bieten.

Rund 15 Arten leben in der Region in und um Bottrop, die allesamt für den Menschen völlig ungefährlich sind und sich, entgegen ihrem weitverbreiteten Ruf als skrupellose Blutsauger, nur von der am Abend und in der Nacht stattfindenden Jagd auf Insekten ernähren. Ganz im Gegenteil werden die Fledertiere durch den Menschen bedroht, der mit der fortschreitenden Erschließung von Freiflächen und der dichten Besiedlung von vormals ruhigen Gegenden zum Verlust von geeigneten Rückzugs- und Lebensräumen beiträgt.