Jecken nehmen Schneiderstraße aufs Korn

Ausgelassen feiern die Narren und verfolgen gebannt das Programm.
Ausgelassen feiern die Narren und verfolgen gebannt das Programm.
Foto: FUNKE FotoServices
Was wir bereits wissen
Alle zwei Jahre lädt die 2K2G zur Sause ins Festzelt. „Die acht Abgerichteten“ und „Die Paten“ haben sich ein Programm überlegt, das mit viel Lokalkolorit überzeugt.

Bottrop-Kirchhellen..  Karneval auf Wöller Art: Nur alle zwei Jahre bittet die Kleine Karnevalsgesellschaft Grafenwald, kurz 2K2G, zur jecken Veranstaltung ins Festzelt auf dem Hans-Söller-Platz. Diesmal hieß das Motto „Karnale Wö“. Mit weit über 900 Gästen an insgesamt drei Veranstaltungstagen stellten die Jecken der 2K2G dabei nach eigenen Angaben die größte Karnevalsveranstaltung in Bottrop auf die Beine.

Comedy mit lokalem Bezug

„Bei uns wird alles selbst gemacht. Natürlich mieten wir etwa die Technik an, der Aufbau und die Bedienung erfolgen aber nur durch unsere Mitglieder“, sagte Theodor Weiß, Vorstandsmitglied der 2K2G und ergänzte: „Außerdem bieten wir ein komplett selbst erarbeitetes Rahmenprogramm an, das sich deutlich von den klassischen Karnevalsveranstaltungen absetzt und mehr Comedy mit lokalem Bezug bietet. Dieser Mix zieht die Leute an.“

Statt Büttenredner, Gardetanz und Ehrentribüne gab es in Grafenwald tatsächlich eine hohe Dosis an Lokalkolorit zu erleben: Die beiden Gruppen „Die acht Abgerichteten“ und „Die Paten“ nahmen in den rund drei Stunden Programm mit einem Mix aus Theaterstück, Musik und Tanz das Publikum mit auf eine humoristische Reise durch Grafenwald und die große Welt. Unterstützung gab’s zudem wieder von der Band „Psalm 33“.

Familiäre Atmosphäre im Zelt

So wurde auf der mit Straßen- und Baustellenschildern dekorierten Bühne etwa die aktuelle Debatte um den Ausbau der Schneiderstraße immer wieder zum Thema im Stück der „Abgerichteten“. „Die Paten“ setzten in ihrem diesjährigen Stück eine Grafenwälder Liebesgeschichte fort, die vor zwei Jahren erst mit einem chaotischen Junggesellenabschied begonnen hatte – und nun in einer ebenfalls chaotischen Hochzeit mündete.

„Es ist auch der deutliche Bezug zur Grafenwälder Heimat, der unsere Veranstaltung so beliebt macht“, meint Theodor Weiß und ergänzt: „Es herrscht hier immer eine familiäre Atmosphäre bei uns im Zelt. Jeder kennt hier jeden. Daher gab es hier auch noch nie Ärger oder Stress wie vielleicht andernorts, und das schätzen die Leute sehr. Mittlerweile kommen sogar vereinzelt Leute aus umliegenden Städten zu uns.“ Und trotz des hohen Aufwandes lohnt sich die rund ein halbes Jahr umfassende Planungszeit für die Veranstaltung immer wieder für die 2K2G: „Die erste Vorbestellung ging am Starttag um 00.01 Uhr bei uns ein. Und der Vorverkauf war bereits nach zwei Stunden komplett beendet“, so Vorstandsmitglied Theodor Weiß.

Entsprechend gut besucht war dann auch die anschließende Party: Mit Musik von DJ Stefan feierten viele der Gäste nach dem Hauptprogramm noch bis in den frühen Morgen ausgelassen weiter.