Indische Hochzeitszeremonie
30.07.2012 | 17:50 Uhr 2012-07-30T17:50:00+0200
Kirchhellen. Symbolisch wirft das Brautpaar eine Banane und eine Kokosnuss ins Feuer, während der Priester ein Mantra auf Hindi betet. Dabei ist das weiße Hochzeitszelt umgeben von Räucherstäbchen-Dunst und die Gäste applaudieren. Am Samstag gaben sich Meenal Goel und Dominik Dieckmann das Jawort – und zwar auf indische Art.
Rot-goldener Sari
2007 hat sich das Paar auf einer Geschäftsreise des Bräutigams nach Delhi, der Hauptstadt Indiens, kennen und lieben gelernt. Nun sind 120 Gäste zur deutsch-indischen Hochzeitszeremonie auf den Hof der „Kirchhellener Landlust“ an der Pelsstraße geladen. Dort tritt das Brautpaar nicht vor den Traualtar, sondern in das Zelt, auf dessen Boden Früchte, Reis, Blumen und ein runder, hölzerner Topf verteilt sind. Indische Klänge stimmen auf die traditionelle Hochzeitszeremonie ein. Rund 70 Gäste sind dafür aus dem Ausland angereist: aus Südamerika, China, den USA und natürlich aus Indien, darunter die Brauteltern. Die Gäste sitzen um das Paar herum auf Bänken. Meenal und Dominik haben mit dem hinduistischen Priester auf Kissen auf dem Boden Platz genommen. Beide sind in traditionelle Kleider gehüllt: Sie trägt einen rot-goldenen Sari mit goldenem Schmuck und er sieht mit einem farblich passenden Anzug mit Turban aus wie ein indischer Bräutigam.
Der Priester gehört einer hinduistischen Gemeinde in Hamm an, ist in orangefarbene, schulterfreie Kleidung gewandt und trägt einen langen, weißen Bart. Der Geistliche fängt an, ein Mantra zu beten. Dazu läutet er eine kleine goldene Glocke und zündet Räucherstäbchen an. Die Eltern des zukünftigen Ehepaars sitzen auf Stühlen neben ihren Kindern. „Wir wissen gar nicht, was bei der Zeremonie auf uns zukommt“, schmunzelt der Vater des Bräutigams. „Aber wir freuen uns und lassen uns überraschen!“ Auf das lange Gebet des Priesters, das zur Reinigung des Ortes und der Materialien dient, folgen zahlreiche hinduistische Hochzeitsbräuche.
Linsenmehlfladen und Rinderbraten
Zuerst führt der Priester eine symbolische Übergabe der Braut an die Familie des Bräutigams durch. Danach zündet er ein Feuer in dem hölzernen Topf, in das der gebürtige Dorstener Ehemann mit seiner zukünftigen Frau Blütenblätter wirft. Außerdem tauschen der 34-Jährige und die 32-Jährige Blumenketten aus und zusätzlich erhält Meenal eine goldene Brautkette. Symbolisch füttert sich das Brautpaar mit Bananen und Milch – „Obwohl ich gar keine Milch mag“, lacht Meenal. Dann läuft das Paar barfüßig um das Feuer herum, wobei sie miteinander durch einen Schal verbunden sind.
Zum Abschluss erhalten Meenal und Dominik den Segen ihrer Eltern, dazu knien sie vor ihnen nieder.
Nach der rund zweistündigen Zeremonie wird das Hochzeitsmahl aufgetischt: indische sowie deutsche Speisen stehen auf der Karte. Neben Linsenmehlfladen und indischem Butterhähnchen gibt es Rinderbraten mit Spätzle und Rotkohl. Dem Hahn auf dem Hof scheint die Zeremonie ebenfalls gut gefallen zu haben – immer wieder hat er während der indischen Zeremonie gekräht, als wollte er den Eheleuten zujubeln.
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