Guter Winter für die Waldbewohner
15.01.2012 | 18:19 Uhr 2012-01-15T18:19:00+0100
Bottrop-Kirchhellen. Milde Temperaturen sind für Tiere und Bäume kein Problem. Nur noch wärmer sollte es aber nicht werden. Ein Gespräch mit Förster Markus Herber vom RVR.
Schnee und Eis: Im letzten Winter hatten wir davon reichlich. Manch einer denkt wohl noch mit Schaudern an die frostigen Tage zurück. Dass Petrus in diesem Jahr zumindest mit Blick auf die Temperaturen milder gestimmt zu sein scheint, freut nicht nur die Menschen.
„Den Tieren im Wald geht es momentan sehr gut“, berichtet Markus Herber vom Regionalforstamt Ruhrgebiet. „Wir hatten eine starke Buchen- und Eichenmast, so dass viel Futter vorhanden ist.“ Die ersten Sonnenstrahlen hätten bereits einige gefiederte Gesellen auf den Plan gerufen: „Insekten schwirren bereits durch die Luft, und die Tauben fangen an, Zweige für ihre Nester zu sammeln.“
Wird es zu warm wachen die Igel auf
Auch für Winterschläfer wie den Igel seien aktuellen Werte weitaus angenehmer als die allzu frostigen Temperaturen des Vorjahres: „Die Tiere müssen nicht so viele Fettreserven verbrauchen, um über die kalte Zeit zu kommen.“ Würde es allerdings allzu mild, bekämen die stacheligen Säuger Probleme: „Bei zu warmen Temperaturen wachen die Igel immer wieder vorzeitig auf und sind geschwächt.“
Temperaturen von über fünf Grad seien also für diese Jahreszeit nicht wünschenswert, betont der Förster. „Optimal wären trockene minus zwei oder drei Grad.“ Nasses Schmuddelwetter, wie es Mensch und Tier in den letzten Wochen im Überfluss erlebt haben, sei insbesondere für neugeborene Wildschweine fatal. „Die Frischlinge holen sich leider ganz schnell eine Lungenentzündung und gehen ein“, sagt der Kirchhellener.
Der Spätfrost als Gefahr für die Pflanzen
Ein plötzlicher Frosteinbruch wäre nach seiner Einschätzung keine besonders große Gefahr für die Waldbewohner. „Klar, bei minus 30 Grad würden Bäume platzen, aber solche Werte erreichen wir ja glücklicherweise eher selten“, lächelt er. Wesentlich problematischer sei da schon der Spätfrost wie es ihn etwa im vergangenen Jahr im Mai gab, als die Bäume bereits Blüten trugen: „Wenn es dann Nächte mit Minusgraden gibt, friert alles ein und ist kaputt“, so Herber.
Dass der momentan verhältnismäßig milde Winter zu einer Mückenplage im Sommer führen könnte, glaubt der Experte dagegen nicht. „Insekten können sich sowohl an warme als auch an kalte Temperaturen anpassen“, unterstreicht er. „Nur starke Schwankungen innerhalb von kurzer Zeit können sie nicht gut vertragen.“
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