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Gäste, keine Patienten

25.11.2009 | 20:41 Uhr
Gäste, keine Patienten

Am 20. Dezember findet auf dem Schmücker Hof das 3. Weihnachtskonzert des Rotary Clubs Gladbeck-Kirchhellen statt, zugunsten der Hospizarbeit Bottrop.

Die Wirtschaftskrise lässt Sponsorenquellen bescheidener sprudeln. Gemeinnützige Projekte leiden darunter, ohne Zweifel. Sicher auch „der Traum von einem stationären Hospiz in unserer Stadt”, wie es Antje von der Gathen vom Förderverein für die Hospiz-Arbeit in Bottrop gestern bei einer Pressekonferenz auf dem Schmücker Hof formulierte. Längst sei ein Gebäude gefunden, auf dem Gelände des Bottroper Knappschaftskrankenhauses. Groß genug für sechs Gästebetten, Pläne für Umbau und Betrieb liegen vor. Für die Anschubfinanzierung, für den Umbau seien Geld- und Sachspenden zugesichert.

„Die Zeit für ein stationäres Hospiz ist reif, signalisieren viele Stellen: Bottrop brauche ein Hospiz”, weiß Antje von der Gathen, „aber die Begeisterung allein reicht nicht, es fehlt der große Wurf.” Sprich: ein finanzielles Fundament, auf dem das stationäre Hospiz auf lange Sicht sicher steht. Auf jährlich 120 000 Euro beziffert der Vorsitzende des Vereins Hospizarbeit Bottrop, Dr. Klaus Dieter Erkrath, den Bedarf an Eigenmitteln für den Hospizbetrieb. Diese sechstellige Summe bildet exakt den Betrag, der sich aus den Leistungen errechnet, die nicht von den Krankenkassen getragen werden: 20 % der Gesamtkosten.

Einer festen Zusage darf sich der Verein beim Rotary Club Bottrop-Wittringen sicher sein: „für eine finanzielle Unterstützung im sechsstelligen Bereich in den ersten fünf Jahren”, bestätigte gestern Club-Mitglied Prof. Dr. Markus Hollenbeck. Die Rotarier arbeiten eng mit dem Förderverein, dem Knappschaftskrankenhaus und dem Roten Kreuz zusammen, um das stationäre Hospiz zu verwirklichen. Unterstützung gewährt auch der Rotary Club Gladbeck-Kirchhellen, der wie im letzten Jahr den Reinerlös des Benefizkonzertes „Vom Zauber der Weihnacht” am 20. Dezember auf dem Schmücker Hof dem Aufbau des stationären Hospizes widmet. „Seit Weihnachten 2008 sind 15 000 Euro abrufbereit”, diese stolze Zahl vermeldete Eberhard Schmücker.

Wohnortnahe

Strukturen schaffen

Die Zahl der stationären Hospize in Nordrhein-Westfalen bezifferte Antje von der Gathen auf 45. Das nächste Hospiz in der Region befindet sich in Oberhausen-Osterfeld. Entsprechend lang sind allerorten die Wartelisten, zumal die Bettenzahl in den Hospizen überwiegend unter zehn liegt. „Wir wollen wohnortnahe Strukturen schaffen”, ergänzte Dr. Martin Günther, Präsident des Rotary Clubs Gladbeck Kirchhellen, „deshalb so kleine Einheiten.”

Die bestehende, ambulant arbeitende Hospizgruppe mit derzeit 40 so genannten Begleitern hat für den Aufbau der stationären Arbeit volle Unterstützung zugesagt. Auch bei der Ausbildung der Kräfte. Markus Hollenbeck strich zwar die Synergieeffekte mit dem Knappschaftskrankenhaus (KKH) heraus – das potenzielle Hospizhaus befindet sich auf KKH-Gelände –, unterstrich aber gleichzeitig die Unabhängigkeit der Einrichtung: „Die Pflege der Gäste des Hospizes, es sind keine Patienten, übernehmen hauptamtliche angestellte Schwestern, die speziell in Palliativmedizin ausgebildet sind.”

Die Mitgliedschaft im Förderverein der Hospizarbeit Bottrop beträgt 30 € jährlich. Baustein für Baustein kommt über Beiträge und Spenden zusammen, zuletzt z.B. 15 000 € vom Lions Club Bottrop. Für eine Einrichtung, die Eberhard Schmücker als Gemeinschaftsaufgabe bezeichnete, „für alle, die vielleicht selbst mal in den Bedarf kommen.”

Vom Zauber der Weihnacht

„Vom Zauber der Weihnacht”: Allein der Name liest sich wie eine Einladung. Doch erst der Blick auf die künstlerische Besetzung des mittlerweile 3. Weihnachtskonzertes auf dem Schmücker Hof garantiert ein Hoch auf dem Stimmungsbarometer.

Künstlerische Konstanten: Richetta Manager, der Junge Chor Beckhausen und die Wolfgang Wilger Band, sie waren schon bei der Premiere 2007 dabei. Das Repertoire der in Kansas (USA) geborenen Sopranistin Richetta Manager (Bild oben) ist so breit gefächert wie ihr Stimmenumfang: Gospel, Soul, klassische Oper. Die Sängerin ist am Musiktheater Gelsenkirchen engagiert.

Gospels und Spirituals sind die Welt des Jungen Chores. Die Leitung hat Wolfgang Wilger, der mit seiner Band auch die musikalische Begleitung des Konzertes übernimmt.

Der stete Wechsel in der Besetzung ist Programm. Am 20. Dezember geben Antonio Pintus (italienische Oper und Belcanto), Kerstin Brix (Musical, Chanson, Jazz, Soul) sowie die Schola cantenium St. Lamberti mit 70 Kindern und Jugendlichen aus Gladbeck ihre Visitenkarte auf dem Schmücker Hof ab.

Eintrittskarten gibt es im Vorverkauf zum Preis von 15 Euro (ermäßigt 10 €) auf dem Schmücker Hof, Auf der Höhe, bei Tümmers in Gladbeck, sowie bei Mensing in Bottrop und Dorsten. Abendkasse: zusätzlich 2,50 €. Konzertbeginn ist um 17 Uhr. nas

Franz Naskrent

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