Feldhausen beklagt Belagerungszustand

Stau auf der Warner-Allee
Stau auf der Warner-Allee
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Ortsmitte zugeparkt, Staus in alle Richtungen, wilde Fahrten auf Schleichwegen: Immer lauter werden die Forderungen an den Movie Park, mehr zu tun gegen das Anreise-Chaos an besucherstarken Tagen

Der Vatertag war einer dieser Tage, an denen ganz Feldhausen im Chor geschimpft hat, abwechselnd auf den Movie Park und die Stadt. Jetzt hat Kirchhellen eine 1,1 Millionen Euro teure neue Zufahrt für den Park. Und dennoch ist Feldhausen zum zweiten Mal nach dem „Netto-Tag“ im Park ein Zentrum des Verkehrskollapses geworden, nämlich beim „Edeka-Tag“ mit Sonder-Eintrittspreis und freiem Parken. Bilanz der Polizei: „Irgendwann ging gar nichts mehr“, sagt Sprecher Michael Franz über das Einsatzgeschehen. Seine Behörde hat einen Bericht an die Stadt weiter gegeben. Tenor: Da muss jetzt etwas passieren.

Sorgenvoller Blick auf Pfingsten

Um kurz nach zehn Uhr hatte der motorisierte Besucherandrang begonnen. Um 12.30 Uhr fasste Silke Tiemann von der Initiative „Zukunft Feldhausen“ die Lage wie folgt zusammen: „Heute haben wir ein Chaos wie zu besten Halloweenzeiten. Stau bis auf die Europabrücke in Gladbeck. Horden von Fußgängern, die schon zwei bis drei Kilometer gelaufen sind, um nach Schloss Beck oder zum Movie Park zu kommen. Raus aus dem Dorf: Unmöglich!“ Sarkastischer Nachsatz: „Ich freue mich schon auf Pfingsten.“

Die Ortsmitte war schon mittags kreuz und quer zugestellt von Wildparkern. Busse und Pkw versuchten sich Schleichwege durch Gladbeck zu bahnen, so dass die Polizei am Mittag in Zweckel die Arenbergstraße sperrte. Landwirt Jörg Umberg berichtete über wütende Beschwerden von Kunden, die Mühe hatten, ans Overhagener Feld durchzukommen, und von Parkbesuchern, die Schleichwege durch die Spargelfelder gesucht hätten, nicht immer zum Vorteil der frisch polierten oder auch tiefer gelegten Fahrzeuge. Die CDU-Landtagsabgeordnete Anette Bunse berichtete von holländischen Fahrzeugen, deren Fahrer in ihrer Verzweiflung irgendwo neben Erdbeerfeldern geparkt hätten.

Die Wut aus Feldhausen erreichte auch Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder, der sich, weil in Bremen weilend, nicht selbst ein Bild machen konnte. Dennoch sieht er dringenden Handlungsbedarf: „Ich hoffe, dass die vom Park angekündigten Maßnahmen jetzt auch kurzfristig umgesetzt werden und es endlich zu einer spürbaren Entlastung kommt.“ Park-Geschäftsführer Thorsten Backhaus hatte angekündigt, es werde ein Verkehrsgutachten erstellt (die WAZ berichtete).

In einer ersten Aufarbeitung hat die Stadt Zweifel daran geäußert, ob die Parkleitung personell gut genug aufgestellt war. Zur Einweisung in Überlaufparkplätze und Entlastungsstrecken sei nicht viel Sicherheitspersonal zu sehen gewesen. „Es stellt sich die Frage, ob man sowas nicht vorbereiten kann“, sagt Stadtsprecher Andreas Pläsken. „Wenn starker Besucherandrang erwartet wurde, hätten wir problemlos wie zu Halloween die Ortseinfahrten sperren können. So hätten wir das Problem der Wildparker in den Griff bekommen.“