Es ist noch feucht in der Bücherei
10.03.2009 | 18:48 Uhr 2009-03-10T18:48:00+0100
Zentrale Gebäudewirtschaft hofft, dass der Estrich Ende März trocken ist. Mitarbeiter der Bibliothek sortieren weiter die unbrauchbar gewordenen Exemplare.
Beim Öffnen der Tür schlägt er einem schon entgegen – der muffig-feuchte Geruch. Noch immer sind die Räume der städtischen Bücherei unter dem Vestischen Gymnasium nicht getrocknet. Ein Rohrbruch hatte im Januar dafür gesorgt, dass die Filiale der Lebendigen Bibliothek voll Wasser lief. Bis zu 30 Zentimeter hoch stand das Wasser in den Kellerräumen. Sämtliche Bücher mussten ausgelagert werden. Doch rund 2000 Exemplare waren nicht mehr zu retten und wurden bereits entsorgt (die WAZ berichtete). Noch immer sind die Bücherei-Mitarbeiter damit befasst, die Schäden an den rund 15 000 Büchern zu sichten und unbrauchbare Exemplare auszusortieren.
In den Räumen wurde derweil auch der Teppichboden herausgerissen. Dort brummen jetzt die Entfeuchter. In regelmäßigen Abständen sind Löcher in den Estrich gebohrt, und über Schläuche wird warme Luft unter den Bodenbelag gepustet. „Das Wasser ist unter den Estrich und in seine Dämmung eingedrungen”, erklärt Willi Loeven von der zentralen Gebäudewirtschaft der Stadt.
Erst wenn ein bestimmter Feuchtigkeitswert nicht überschritten werde, könne der neue Teppich verlegt werden. „Wir messen den Wert zwei bis drei Mal in der Woche. Eine genaue Prognose, wann die weiteren Arbeiten beginnen, können wir aber noch nicht abgeben.” Die Zahlen der letzten Messung stimmen ihn jedoch optimistisch. „Wir hoffen mit den Trocknungsarbeiten bald durch zu sein, damit wir Anfang April mit den weiteren Arbeiten beginnen können”, so Loeven
Bereits ausgeschrieben
Die Ausschreibungen für diese Arbeiten seien bereits raus, „so dass es da nicht zu langen Verzögerungen kommt”. Neben dem Teppichboden, der neu verlegt werden muss, müssen auch Teile des Wandputzes erneuert werden. „Den mussten wir stellenweise abschlagen, weil der Putz das Wasser nach oben zieht.” Hinzu kommen Anstreicherarbeiten. Auf rund 50 000 Euro schätzt Willi Loeven den Schaden am Gebäude.
Genau dieselbe Summe hat die Bibliothek erhalten, um Ersatz für ruinierte Bücher zu beschaffen. Mit Hochdruck arbeiten Bibliotheksleiter Jörg Dieckmann und seine Kollegen daran, den Kirchhellener Bücherwürmern neues Futter zu beschaffen. „Das ist gar nicht so einfach, weil der Buchmarkt inzwischen wahnsinnig schnelllebig ist. Einige Titel sind gar nicht mehr lieferbar.” Bei Titeln, die nach wie vor lieferbar sind, überprüfen die Mitarbeiter der Bibliothek außerdem die Statistik. „Bücher, die über einen langen Zeitraum nicht entliehen werden, müssen wir vielleicht nicht unbedingt neu anschaffen”, so Dieckmann.
Einsortieren geht schnell
Die Wiederbeschaffung, das Einlesen in den Computer und das Katalogisieren sei im übrigen die anstrengendste Arbeit. „Das Einsortieren und Aufbauen ist das kleinste Problem. Sobald die Regale stehen, geht alles relativ schnell”, so Dieckmann. Er weiß, dass die Kirchhellener ungeduldig auf die Wiedereröffnung ihrer Bücherei warten.
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