Ein Hauch von Karneval in Venedig
19.02.2012 | 19:19 Uhr 2012-02-19T19:19:00+0100
Es ist schon fast 20.11 Uhr – Programmbeginn – und noch immer stehen reihenweise Karnevalsfans am Eingang des Brauhauses am Ring. Die 800 verfügbaren Karten waren schon lange vor Samstagabend ausverkauft - restlos. „Wir sind unglaublich überrascht, wie schnell die Karten weggingen“, erzählt Jan Bergemann. Der 23-Jährige ist einer der Organisatoren: „Wir konnten noch nicht mal mehr eine Abendkasse anbieten.“
Bergemanns Team-Kollege Maik Kuschel schwirrt noch irgendwo hinter den Kulissen herum, um die letzten Vorbereitungen zu treffen. Beide sind etwas nervös, ist es doch ihr erster selbst organisierter KarneBall. „Es braucht Zeit und viel Überlegung, um ein gutes Programm zusammenzutragen“, so Jan Bergemann. „Wir haben in diesem Jahr auf Abwechslung gesetzt und von Tanz bis Gesang und Büttenreden alles dabei.“ Und er ist sich deshalb schon zu Beginn sicher: „Das wird ein Bomben-Programm!“
Die Voraussetzungen sind gut und der Applaus gibt ihm später wiederholt recht. Schon zu Beginn sorgen der Einzug der Brezelpolizei und die Mini-Tanzgarde aus Batenbrock für heftig Stimmung. Zum Lied „Was dir gefällt, die ganze Welt“ geben die 10 Mädchen Gas. Durchaus selbstbewusst werfen die Neun- bis Zwölfjährigen ihre Beine in die Luft, als ob es keine Schwerkraft gebe.
Collada für Cerne
Von Nervosität weit und breit keine Spur. Chantall Zingel (10) wagt sich sogar nach ganz oben auf die Menschenpyramide. „Sie ist die Kleinste“, flüstert ihre Mutter, „aber trotzdem nicht müde zu bekommen.“ Zum Dank bekommen alle Mädels im Anschluss an ihren Auftritt von der Brezelpolizei ein Präsent.
Weitere Höhepunkte des Abends: „Ne vertrottelte Student“ alias Detlef Weiland, der den Witz mit Worten und viel Körpereinsatz spielt („ein Feuerwerk der guten Laune“, wie er selbst sagte), und die Sängerin Ina Collada, die kurzfristig für den erkrankten Ralf Cerne einspringt. Ina Collada ist schon häufiger in Österreich aufgetreten und durch ihre Partysongs bekannt. „Sie stammt aus Kirchhellen“, erklärt Jan Bergemann. „Wir freuen uns deshalb ganz besonders, dass sie kurzfristig eingesprungen ist.“
Ohne das Publikum wäre die Stimmung beim KarneBall im Saal und in der Schenke aber niemals so mitreißend. Die Jecken freuen sich über die vielen bekannten Gesichter und nicht selten reden sie auch über mehrere Tische hinweg.
Es ist ein belebtes Wirrwarr - im positiven Sinne wohlgemerkt -, das durch die vielen ausgefallenen Kostüme erst richtig zum Tragen kommt. Darunter ein „extra scharfes“ Senfglas mit Currywurst auf dem Kopf, zu dem die lustig gestimmte Lebensgefährtin nur sagen kann: „Ich habe es gesehen und mir gedacht, das Kostüm passt zu ihm!“
Ein anderes Mädel hat sich aus goldenen Rocher-Kügelchen einen Haarreif gebastelt, das sich im Gesamtbild zu einer adretten Barock-Königin ergänzt. „Mein Freund und ich fahren gern nach Venedig“, sagt sie. „Deshalb musste ein solches Kostüm her.“
Und VfB-Boss Werner Breit freut sich: „Nichts ist so ansteckend wie Lachen und gute Laune!“ Die Party ging bis tief in die Nacht…
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