Edeka Neuhäuser in Kirchhellen gibt Ende des Jahres auf

Schließt zum  Jahresende: der Edeka Markt Neuhäuser an der Hauptstraße.
Schließt zum Jahresende: der Edeka Markt Neuhäuser an der Hauptstraße.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
25 Mitarbeiter sind betroffen. Frank Neuhäuser macht Parkplatznot für Umsatzrückgang verantwortlich. Bezirksbürgermeister bedauert den Rückzug.

Bottrop-Kirchhellen. Edeka Neuhäuser an der Hauptstraße wird zum Jahresende schließen. Das bestätigte Frank Neuhäuser gestern auf WAZ-Anfrage. Begründung: Durch die Rossmann-Baustelle seien ihm „von jetzt auf gleich Parkplätze geraubt“ worden. Von der Schließung zum 31. Dezember sind nach seinen Angaben 25 Mitarbeiter betroffen.

Mit dem Beginn der Ausschachtungsarbeiten am 22. Juni sei der Umsatz „sofort um die Hälfte herunter gegangen“, sagt Frank Neuhäuser, der erst vor zwei Jahren den Markt von Vorbetreiber Milewski übernommen hatte. „Bis zur Eröffnung von Rossmann 2017 droht uns eine Durststrecke, die keiner durchhalten kann.“

"Schade um den Edeka-Markt"

Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder bedauert Neuhäusers Rückzug: „Schade um den Edeka-Markt. Ich glaube, er verpasst eine Chance.“ Zwar sieht auch er in der Bauphase einen Mangel an Parkplätzen. Aber: „Künftig wird ein Markt neben Rossmann mit dem richtigen Sortiment einen Standortvorteil haben.“

Stadtplanung Politisch pikant an der Schließungsnachricht: Neuhäusers Rückzug ist eine Aufgabe mit Ansage. Nach Bekanntwerden der Baupläne von Wohnbau Overhagen an der Hauptstraße hatte der genossenschaftlich organisierte Verbund Edeka Rhein-Ruhr seine 2012 politisch abgelehnten Pläne erneut ins Gespräch gebracht. Wenn man mit einer Erweiterung der Verkaufsfläche nicht zum Zuge komme, könne ein Rückzug die Folge sein, hatte es letztes Jahr geheißen. Auch damals hatte Edeka neben der Notwendigkeit einer Vergrößerung der Verkaufsfläche mit drohendem Parkplatzmangel während der Bauphase argumentiert.

Stadtentwicklung

An diese Diskussion erinnert auch die AfD, die die Schließung des Edeka-Marktes bedauert und hofft, „dass sich den bereits gekündigten Mitarbeitern schnellstmöglich eine neue berufliche Perspektive bietet“, sagt Patrick Engels, Vorsitzender der AfD-Interessengemeinschaft in Kirchhellen.

Er weist daraufhin, dass die Drogeriemarkt-Kette DM 2012 Interesse zeigte, in die „alte“ Edeka Filiale zu ziehen. „Ob dieses Interesse weiterhin besteht, da der direkte Konkurrent Rossmann sich ja dort ansiedelt, wird zur Zeit geklärt. Es wäre zumindest wünschenswert, dass sich dort ein Qualitätsunternehmen niederlässt und kein typischer Ein-Euro-Laden. Das erklärte Ziel für Kirchhellen kann kann nur sein, eine breites, ansprechendes Warenangebot zu präsentieren.“