Die Natur näher bringen
19.06.2011 | 19:28 Uhr 2011-06-19T19:28:00+0200
Kirchhellen. Von einer Märchenstunde bis zur selbst gemachten Bienenwachskerze, von der Blockflötengruppe bis zum Seemannschor – das Frühjahrsfest der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) bot ein vielfältiges Programm. Entsprechend groß war der Andrang im Waldpädagogischen Zentrum (WPZ), trotz wechselhafter Wetterlage, die ja wahrlich nicht ins Freie trieb.
„Obwohl es den ganzen Vormittag immer mal wieder geregnet hat, sind so viele Besucher hier wie in den letzten Jahren“, freut sich Peter Pawliczek, der pädagogische Leiter des WPZ. „Um die tausend Menschen, über den ganzen Tag verteilt“ haben seiner Einschätzung nach den Weg nach Grafenwald gefunden. Auch der WPZ-Vorsitzende Heinz Tenhumberg blickt zufrieden in die Runde: „Eine gelungene Veranstaltung“, meint er.
Dem kann sich Gerhard Naendrup nur anschließen: Der Geschäftsführer der SWD Nordrhein-Westfalen steht vor einem „WaldMobil“. Die ausgebauten Transporter sind seit Anfang April bundesweit auf Großstadttour und besuchen Schulen. „Es geht darum, Kindern das Thema Wald näher zu bringen“, erläutert er. Obwohl es erst im Oktober an den Bottroper Schulen losgehen soll, verrät er schon ein paar Inhalte des Projekts: „Die Kinder ziehen beispielsweise los und schauen in den Geschäften nach, welche Produkte aus Holz gefertigt sind.“ Umweltpädagogen sollen die Projekte begleiten, so Naendrup.
Vielleicht ist dann auch Jonas mit dabei. Der Sechstklässler steht an der Nagelstation und überreicht den Hammer an schlagwillige Besucher. Das Waldpädagogische Zentrum kennt er gut: „Ich habe hier schon in der ersten Klasse einen Baum gepflanzt.“
An der Nagelstation ist er bereits ein „alter Hase“: „Das mache ich seit ein paar Jahren, ist echt cool“. Klar, dass ihm auch die „paar Regentropfen“ nichts ausmachen.
Weniger schlagkräftig geht es bei der Kräuterführung zu. „Die Brennnessel sanft von oben nach unten streicheln, dann fallen die Härchen ab, ohne dass es brennt“, rät Werner Gahlen den interessierten Zuhörern. Welches Kraut besser in die Suppe passt als in den Salat, was gesund ist und was nicht – der Kräuterpädagoge hat jede Menge Tipps und Tricks auf Lager. Sehr zur Freude von Andrea Reißig: „Wir haben selbst Wildkräuter im Garten“, erklärt die Bottroperin. „Toll mal zu hören, was man damit alles machen kann, sonst landet ja doch die Hälfte immer im Müll“, meint sie.
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