Das Jahrestreffen der Punk-Familie am Flugplatz

Punkfans posieren während des Auftritts der „Bloodsucking Zombiesfrom Outta Space“ aus Wien.
Punkfans posieren während des Auftritts der „Bloodsucking Zombiesfrom Outta Space“ aus Wien.
Foto: FUNKE FotoServices
Was wir bereits wissen
An der Schwarzen Heide hat das „Ruhrpott Rodeo“ begonnen. Bis Sonntag treten dort mehr als zwei Dutzend Bands auf. Veranstalter erwartet 6000 Besucher

Neben dem Flugplatz Schwarze Heide versammelt sich alljährlich zu Pfingsten die große glückliche Punkrock-Fanfamilie. Veranstalter Alex Schwers erwartet an diesem Wochenende rund 6000 Besucher, denen er Samstag und Sonntag mehr als zwei Dutzend Bands präsentieren kann. Headliner am Sonntag ist „New Model Army“.

Ein Rockfestival ist, wie man weiß, eine stressige Angelegenheit für den Veranstalter. Dafür, dass er gerade ein Drei-Tage-Konzertmarathon mit insgesamt 41 Bands stemmt, wirkt Alex Schwers erstaunlich gelassen. Warum auch nicht, fragt der Gladbecker: Der Bahnstreik ist rechtzeitig abgebrochen worden, die Wetterprognosen fürs Pfingstwochenende sind prächtig, die Bands sind entweder schon da oder im Wortsinn im Anflug: „Perfekt“, sagt Schwers. „So richtig entspannt, wie es auch sein soll.“

Die musikalischen Schwergewichte des heutigen Programms sind „Die Kassierer“ (gegen 21 Uhr), Danko Jones (22.30 Uhr) und „Stiff Little Fingers“ um Mitternacht. Höhepunkt und Abschluss sind morgen die Auftritte von „Sondaschule“ (21.10 Uhr), „New Model Army“ (22.40 Uhr) und „The Adicts“ (0.10 Uhr). Außerdem gibt es an beiden Tagen abends ein Livemusik-Parallelprogramm auf der „Rodeo Stage“. Die britische Indie-Band „New Model Army“ hat sich seit ihrer Gründung 1970 bei jedem neuen Todesfall eines Bandmitglieds von Musikkritikern sagen lassen müssen, sie habe ihren jeweils besten Zeiten hinter sich. Der Tourplan der Band um Sänger und Mitgründer Justin Sullivan spricht eine andere Sprache: Die Band spielt heute beim rennomierten „Bearded Theory“-Festival im englischen Walton upon Trent und fliegt dann in der Schwarzen Heide ein. Am 30. Mai bespielen die Herren beim Londoner „Camden Rocks“ das legendäre Jazz Cafe mit nur 300 Plätzen vor einem exklusiven Publikum. Sie können auch größer: zum Beispiel am 29. Juli beim „Wacken Open Air“. vor rund 85 000 Schwermetall-Fans, die dafür gesorgt haben, dass das Festival zum zehnten Mal in Folge ausverkauft ist.

Am Flugplatz freuen sich Schwers und die Fans auf eine deutlich intimere Kulissen, die zu 80 Prozent, schätzt Schwers, aus Dauergästen besteht und eine große fröhliche Punkfan-Familienparty feiern wird. Der Veranstalter wird wieder einen Shuttle-Service zwischen Festivalgelände und Bahnhof Feldhausen anbieten (siehe Kasten), der aber nicht bis zum Ende des Konzertabends funktionieren wird: Die letzten Busse fahren um 23 Uhr. „Danach macht’s keinen Sinn mehr, da ab Feldhausen dann kein Zug mehr fährt.“