„Bei der Karnevals-Show bleiben wir über der Gürtellinie“

Die Theatergruppe der kfd Grafenwald: Anne Hasebrink, Tanja Hofmann, Martina Horsterkamp, Beate Kaisder, Renate Lorencik, Birgit Mika, Margret Spickenbaum, Uschi Stappert, Agnes van Bürk und Brigitte Zenk.Foto:Winfried Labus
Die Theatergruppe der kfd Grafenwald: Anne Hasebrink, Tanja Hofmann, Martina Horsterkamp, Beate Kaisder, Renate Lorencik, Birgit Mika, Margret Spickenbaum, Uschi Stappert, Agnes van Bürk und Brigitte Zenk.Foto:Winfried Labus
Foto: Labus / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die zehnköpfige Theatertruppe der kfd Grafenwald ist in der heißen Probephase für ihre vier Aufführungen. Die sind eigentlich immer ausverkauft

Karneval in Grafenwald ist undenkbar ohne die legendären Sketch-Shows der katholischen Frauengemeinschaft (kfd). Die Truppe um Organisatorin Agnes van Bürk zaubert zur fünften Jahreszeit eine Serie von Lachnummern auf die Bühne der Pfarrheims Heilige Familie. Weil die Wöller das wissen, sind die vier Vorstellungen der Theatergruppe eigentlich immer ausverkauft.

„Dieses Jahr sind wir spät dran“, sagt Agnes van Bürk. „Das müssen wir in der heißen Phase aufholen.“ Eigentlich setzen sich die Frauen der Theatergruppe schon nach dem Sommerferien zusammen, wählen Stücke und Sketche aus und verteilen die Rollen. Eigentlich. „Früher waren die Kinder klein, heute müssen wir uns um unsere Eltern kümmern“, sagt Agnes van Bürk. „Das bindet einfach viel Zeit.“

Immerhin: Das Programm steht. Die Sketche sind ausgewählt, die Rollen verteilt. „Während der Proben merken wir manchmal, dass eine Rolle nicht richtig passend besetzt ist“, berichtet die Organisatorin. Das kommt aber immer seltener vor in der eingespielten Truppe: „Wir spielen schon so lange zusammen, da kann jeder sich ebenso gut einschätzen wie die anderen.“ Das jüngste Ensemblemitglied Tanja Hofmann ist mit damals 30 Jahren vor zwei Jahren dazu gestoßen. Gibt es in einer so gut eingespielten Truppe noch Lampenfieber? Doch, tatsächlich, gibt es, sagt die Organisatorin. „Auch nach so vielen Jahren ist man noch nervös - aber es wird auch wieder eine schöne Zeit.“ Jetzt hat die zehnköpfige Truppe noch gut drei Wochen Zeit für das Feintuning, in dieser Phase probt das Theater-Team zweimal die Woche.

Requisiten für das neue Stück und dessen Szenen sucht Agnes van Bürk erst einmal im eigenen Keller. Da hat sich allerhand angesammelt in den vergangenen Jahren, was sich auch für die neuen Sketche einsetzen lässt. Bei den Themen gibt es eigentlich nur eine Regel: „Es muss nicht unter die Gürtellinie gehen. Wir sind immer noch eine katholische Frauengemeinschaft.“

Wie lang gibt es die Tradition der Karneval-Shows eigentlich schon in Grafenwald? „So lange ich denken kann“, sagt Agnes van Bürk. „Es gibt ein Foto von einem Stück, in dem meine Mutter mitgespielt hat. Da stand das alte Pfarrheim noch dort, wo jetzt die Kirche steht.“ Die alte Kirche wurde 1972 abgerissen. Womöglich ist die Theater-Tradition sogar noch älter als die kfd. Die heißt nämlich erst seit 1968 so. Gegründet wurde die Frauengemeinschaft in Grafenwald schon viel früher, 1909 als „Verein der christlichen Mütter“.

Die Form der Show hat sich bewährt. Mikrophone brauchen die Damen in der Regel nicht; Ausnahme: In der aktuellen Show kommt eine Person vor, die hinter der Bühne agiert. Dafür muss ein Mikro her. Ein DJ sorgt im Rahmenprogramm für Stimmung, Beate Kaiser führt durch das Programm. Das Finale wird es in sich haben und eine halbe Stunde dauern, verspricht Agnes van Bürk. Lothar Kaiser hat für diese Szenen mit den Darstellern eine Extra-Probe angesetzt.