400 000 Euro für Bach-Renaturierung
09.02.2012 | 18:20 Uhr 2012-02-09T18:20:00+0100
Mit den Stimmen von CDU, SPD und FDP verabschiedete die Bezirksvertretung Kirchhellen den Haushaltsplan für das laufende Jahr. Ablehnend verhielten sich ÖDP und Grüne. Sie lehnten erneut die Finanzspritzen für den Flugplatz und das benachbarte Gewerbegebiet ab.
Einerseits wird gespart, was das Zeug hält. Andererseits wird das Geld geradezu aus dem Fenster geworfen. So in etwa lässt sich die Kritik einiger Bezirksvertreter bei der Diskussion des Haushaltsplanes überschreiben. Grüne und ÖDP wettern alle Jahre wieder gegen die sechsstelligen Summen, die am Flugplatz und dem „großen Unbekannten“, dem Gewerbegebiet, wie in einem Schwarzen Loch verschwinden. Dorothée Askemper fand nun einen weiteren Grund, den Kopf zu schütteln.
Erst vor wenigen Jahren wurde der Schöttelbach unter Tage verbannt, weil Überschwemmungen den Verkehr auf der Straße Vossundern gefährdet hatten. Jetzt soll das Bächlein wieder aus seinem Rohrnetz befreit werden – für satte 400 000 Euro. „Warum lassen wir den Bach nicht in den Rohren, das Geld könnten wir an vielen anderen Stellen besser gebrauchen?“, fragte CDU-Sprecherin Askemper.
Minimale Investitionen
Die Verrohrung sei nur zeitweise zulässig, erklärte Wilfried Helsper vom Tiefbauamt: „Darauf hat uns die zuständige Wasserbehörde aufmerksam gemacht.“ Der Lauf des Schöttelbaches würde auch verlegt, würde nicht mehr entlang der Straße plätschern. Für Doro-thée Askemper kein Argument: „Wir haben kein Geld, das muss doch einleuchten. Da kann nicht einfach eine Behörde sagen, das muss sein.“
Geld ausgeben will der Bezirk auf Vorschlag der CDU nur noch sehr vorsichtig. Nachdem im vergangen Haushaltsjahr im investiven Bereich 22 000 € für Maßnahmen vorgesehen waren, aber nicht genehmigt wurden. Und weg war das Geld. Diesmal werden nur noch 5000 für Spielgeräte bereit gestellt.
Im konsumtiven Sektor will der Bezirk 47 000 € an so genannten gebundenen Mitteln für Schulen ausgeben: Dachsanierung des Vestischen, Glasbausteine für die Turnhalle Brentanostraße, Deckensanierung Johannesschule.
Weitere 3000 € sind traditionsgemäß für die Kulturpflege gedacht, u.a. 400 € für Martinszüge. Die Sportförderung schlägt mit 20 000 € zu Buche (z. B. Sportplätze Grafenwald, Kirchhellen). Für die Reparatur von Fuß- und Radwegeverbindungen sollen bezirkliche Mittel in Höhe von 17 000 € locker gemacht werden. Etwa für die bei schlechtem Wetter unzumutbaren Wege hinter der Bezirksverwaltung.
Die CDU-Vorschläge für die Verwendung der bezirksbezogenen Mittel fanden einhellig Zustimmung. Auch der Haushaltsplan wurde abgesegnet. Allerdings gegen die Stimmen von ÖDP und Grüne (Grund wie immer: der Flugplatz).
08:31
Ja ja, der gute Herr Helsper, besser bekannt als der Märchenonkel vom Tiefbauamt, hat mal wieder Gründe erfunden um sinnlos viel Geld auszugeben.
Man erinnere sich. Im letzten Jahr hat er unter Vortäuschung falscher Tatsachen, rund 100.000 € für einen 100m langen Luxusradweg verballert.