„007“ in der Schwarzen Heide
14.04.2010 | 21:28 Uhr 2010-04-14T21:28:00+0200
Ernst Petersen rollt den Tragschrauber aus dem Hangar. Und um ihn besser steuern zu können, hebt er den Flieger vorne kurzerhand an. Null problemo: Der Drehflügler zählt zu den Ultraleicht-Flugzeugen und bringt im Leerzustand nur 240 Kilo auf die Waage. Berühmt wurde der Gyrocopter durch den James Bond-Klassiker „Man lebt nur zweimal“. In Ernst Petersens „AirSportCenter Rhein-Ruhr“ können Gernemöchte-Agenten einmal „007“ spielen: für einen Flug beim Tag der offenen Tür am kommenden Samstag auf dem Flugplatz Schwarze Heide.
Der Geschäftsführer des ASC Rhein-Ruhr wollte ursprünglich mit einem Pilotentreff „nach diesem schrecklich langen Winter“ die Flugsaison einläuten. Aber dann er sich: Mach’ doch eine richtige Party draus und lade alle Flugbegeisterten ein. Und damit’s gemütlich wird, sind die Besucher auch zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Ebenfalls kostenlos sind die Schnupperflüge. Vom Motorschirm, Trike und Tragschrauber bis zum modernen GFK/CFK 3-Achser UL wird alles zu sehen sein. Fluglehrer und Piloten stehen für Infos rund ums Ultraleichtfliegen zur Verfügung. Eindeutig das Highlight dürfte ein Rundflug im Gyrocopter sein. „Die Tragschrauber sind der letzte Schrei in der UL-Fliegerei“, nickt Ernst Petersen.
Der gebürtige Nordfriese (man hört’s immer noch) lebt seit 18 Jahren in Kirchhellen und rutschte über einen der Pioniere des Ultralight-Fliegens in die Flugszene: Albert Schulze-Oechtering aus Kirchhellen. „Wir haben uns 1982 beim Drachenfliegen im sauerländischen Willingen kennen gelernt“, erzählt der 56-Jährige, „mit Ultraleichtflug-Ferienkursen in Norditalien und der der französischen Champagne haben wir uns dann selbstständig gemacht – ich habe mich 3entschieden, mein Hobby zum Beruf zu machen.“
Dann ging es flugs weiter: Import von UL-Maschinen aus Italien; als es mit den Ersatzteilen und den damit verbundenen Zulassungen in Deutschland problematisch wurde, entschloss sich Schulze-Oechtering Mitte der 90er Jahre zur Produktion eigener Maschinen – in der Ukraine. Doch Petersen scheute bald das finanzielle Risiko. Der gelernte Augenoptikermeister bewies Augenmaß und zog sich aus dem Geschäft zurück. Sieben Jahre lang führte er ein Optikergeschäft in Schermbeck. Dann bot ihm Schulze-Oechtering die ASO Flugsport GmbH in der Schwarzen Heide an. Schulze-Oechterings UL-Eigenentwicklung, die CT, ein freitragender Hochdecker in Faserverbundbauweise (Kohlenstoff und Aramidfasern), hat sich laut Petersens weltweit zum, Marktführer entwickelt.
In Petersens Hangar stehen zwei Exemplare. Zu ASO zählen mit Gerhard Paetzold ein festangestellter Fluglehrer sowie drei weitere auf Abruf. Petersen selbst besitzt ebenfalls alle Lizenzen.
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