Kirchenkabarett mit dem Vater zweier Pfarrer

Kirche und Humor - zwei Themenfelder, bei denen die Meinungen nicht nur weit auseinandergehen, sondern die wohl für viele auch nicht so recht zusammenpassen wollen. Kirchenkabarettist Klaus Witthinrich baute bei seiner schwarzhumoristischen Lesung jetzt im Barbaraheim nun aber eine kabarettistische Brücke zwischen beiden Welten - und nahm dabei vor allem die Formen der modernen Institution „Kirche“ aufs Korn.

„Der Bischof erscheint gleich Herr Witthinrich. - Mir reicht es auch, wenn er gleich kommt“. Mit diesem Zitat machte der Kabarettist direkt seine Sicht auf die „Organisation Kirche“ deutlich. Denn vor allem der Mensch müsse im Vordergrund kirchlichen Handels stehen, nicht nur die Institution selbst, forderte er. Dazu will er auch mit seinem Programm „Mein Gott ist die Kirche kalt“ beitragen, der Selbstbeschreibung nach eine „hinterlistige Lesung über die realexistierende Kirchlichkeit“.

Der Vater zweier Pfarrer, der selbst über 30 Jahre für verschiedene kirchliche Institutionen tätig war, betrachtete vor allem den verstärkten Einzug moderner Betriebswirtschaft in Kirchen und Wohlfahrtsverbänden skeptisch und verarbeitet seine Kritik auf humoristische Art. So hinterfragte er etwa den Sinn von Leitbildprozessen auf ironische Weise: „Ein Tischler braucht kein Leitbild. Warum? Weil er einfach weiß dass seine Aufgabe die Holzverarbeitung ist. Und das sogar von ganz alleine“, so Witthinrich und ergänzt: „Bei der Kirche ist das anders. Die kirchlichen Wohlfahrtsverbände haben nach langer Entwicklung eines Leitbildes festgestellt, das ihr eigentlicher Sinn der Dienst am Menschen ist“. Der Applaus war spontan und heftig.

Auch Organisator Johannes Bombeck zeigte sich im Anschluss äußerst zufrieden mit der Veranstaltung. „Wir haben es wieder geschafft, ein ausverkauftes Haus zu vermelden. Das bestätigt uns in unseren Bemühungen, immer neue Gesichter zu präsentieren.

Auch wenn wir diese Kabarett-Reihe jetzt schon seit sieben Jahren durchführen, gibt es bei uns immer etwas Neues zu erleben.“