Kinderarzt aus Bottrop lehnt Beschneidung von Jungen ab
12.10.2012 | 19:26 Uhr 2012-10-12T19:26:00+0200
Bottrop. Die Beschneidung bei Jungen soll straffrei bleiben, so sieht es ein Gesetzentwurf der Bundesregierung vor. Für den Bottroper Chefarzt Dr. Martin Günther ist der Schnitt jedoch keine Frage der Religionsfreiheit. „Der Kinderarzt ist auf das Wohl des Individuums bedacht“, begründet er seine Ablehnung.
Zig Tausende Muslime in Bottrop haben Klarheit: Die Beschneidung bei Jungen soll straffrei bleiben. Das sieht der Gesetzentwurf vor, den die Bundesregierung jetzt beschloss. Doch bei den Experten in der Stadt gehen die Meinungen über die Pläne der Regierung weit auseinander. Dr. Martin Günther, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im Marienhospital, lehnt das Vorhaben strikt ab.
Nur unter Vollnarkose
Der Entwurf sieht vor, dass Eltern das Recht haben, der Beschneidung zuzustimmen, wenn sie nach den Regeln der ärztlichen Kunst durchgeführt wird. Dazu gehöre eine „wirkungsvolle“ Betäubung, heißt es in der Begründung. Die Neuregelung war nötig geworden, weil das Landgericht Köln die Beschneidung bei Jungen als strafbar bezeichnet hatte. Für Juden und Muslime jedoch ist sie ein wesentlicher Bestandteil der Religion.
Für den Chefarzt Dr. Martin Günther ist der Schnitt jedoch keine Frage der Religionsfreiheit. „Der Kinderarzt ist auf das Wohl des Individuums bedacht“, begründet er seine Ablehnung, „doch ein nicht medizinisch begründeter Eingriff ist mit dem Kindeswohl nicht zu vereinbaren.“ Sollte jedoch eine Indikation bestehen, sollte eine Erkrankung vorliegen, dann sei der Kinderarzt der letzte, der sich dagegen aussprechen würde, eine Zirkumzision durchzuführen. „Aber ich kann nicht sehen, warum eine Beschneidung bei einer gesunden Vorhaut im Sinne des Kindeswohles sein soll.“
Ganz anders hingegen sieht Professor Martin Meyer-Schwickerath, Chefarzt der Klinik für Urologie im Knappschaftskrankenhaus, das Vorhaben. Er ist mit dem Vorhaben der Justizministerin einverstanden. „So können wir zustimmen“, sagte er. Schon die Eckpunkte für den Gesetzentwurf hätten wesentliche Bedingungen aus seiner Sicht erfüllt. „Sie schreiben vor, dass eine Zirkumzision (Beschneidung) unter optimalen medizinischen Voraussetzungen durchgeführt wird.“ Für die Urologen im Knappschaftskrankenhaus eine Selbstverständlichkeit. Sie nahmen in der Vergangenheit etwa 150 Beschneidungen von muslimischen Jungen pro Jahr vor. Und: „Wir machen das ausschließlich unter Vollnarkose.“ Daher lehne seine Klinik Beschneidungen von Jungen, die unter drei Jahren alt seien, auch strikt ab, sagt er. „Das Risiko wäre zu groß.“
Zustimmung kommt auch von Ibrahim Sakarya, Vorsitzender des Integrationsrates in Bottrop. „Wir würden es begrüßen, wenn es so durchkäme.“

17:27
wer bezahlt den eingriff eigentlich?
16:41
Jede Vollnarkose ist eine schwere Belastung des Körpers. Eine unnötige Vollnarkose ist eigentlich auch schon eine Körperverletzung. Vollnarkosen machen die Beschneidung also noch schlimmer.
16:25
Dieser Chefarzt handelt richtig und setzt ein Zeichen. Man kann nur hoffen das viele Mediziner seinem Beispiel folgen.
Es gibt in unserem Land die Religionsfreiheit für alle Religionsgemeinschaften. Aber nur wenn die Ausübung im Einklang mit unserer Gesetzgebung ist. Das wissen seit Jahrzehnte alle die in unser Land kommen oder Leben.
Daher ist es nicht richtig diese Voraussetzung auf Druck von zwei Religionsgemeinschaften zu ändern. Wenn das Grundgesetz immer wieder angepasst wird brauchen wir es nicht mehr.
09:44
"Daher lehne seine Klinik Beschneidungen von Jungen, die unter drei Jahren alt seien, auch strikt ab, sagt er. „Das Risiko wäre zu groß""
Aber die Bundesregierung will das ja auch gerade bei Säuglingen ermöglichen. Angeblich gibt es ja lt. muslimschen und jüdischen Verbänden kein Risiko. Wer lügt denn hier? Unsere Ärzte oder die andere Seite? Es wäre schön, mal belastbare Zahlen zu sehen inklusive Risikoanalyse eines solchen Eingriffs. Dann könnte man noch viel sachlicher diskutieren und käme von der ideologischen Diskussion runter, denn die führt zu keinem Ergebnis. Man muss doch mit Hilfe medizinischer Daten zu einer Aufklärung dieer Diskussion beitragen können. Ich kann nicht glauben, dass es dazu heutzutage nicht schon bereits hinreichen Analysen gibt.
20:19
Bottrop hat derzeit rund 118000 Einwohner. Etwa 9,4% sind Ausländer (so schreibt es Wikipedia mit der Basis 2006). Das wären also etwa 11.100 Menschen mit Migrationshintergrund. Darin enthalten sind alle Bürger, die nicht die deutsche Staatsangehörigkeit haben, also Italiener, (Ex-)Jugoslawen, Spanier, Türken, Libanesen, Russen, Polen, Niederländer, Österreicher, Afrikaner usw. Ich bezweifle, dass all diese Mitbürger mit Migrationshintergrund Moslems sind, ebenso gehe ich davon aus, dass nur ein sehr geringer Anteil der deutschen Mitbürger Moslems sind.
Dann Frage ich mich, wo wohl all die "Zig Tausenden Muslime" in Bottrop wohnen?
Gut recherchiert sieht anders aus. Gibt es in den Ferien nur Praktikanten in den Redaktionen?
Noch interessanter wäre es zu wissen, wieviele davon überhaupt beschnitten sind und wie viele Erwachsene freiwillig eine Beschneidung schon haben durchführen lassen. Daraus könnte man ableiten, ob überhaupt eine Freiwilligkeit vorliegt oder nicht.
14:19
Deutschland schafft sich ab!
14:06
Wenn es um Profit und Politik geht gehen unsere Volksvertreter auch über "Leichen" Sprich: Körperverletzung wird in Kauf genommen!
Ich schäme mich für unsere Kultur, die langsam gen Süden driftet!
10:43
Körperverletzung sowie Misshandlung von Schutzbefohlenen -
doch die Mehrheit unserer "Volksvertreter" wirds wohl abnicken -
schäme Dich Deutschland !
Sehe ich auch so. Das Urteil war aber voraussehbar!