Kinder in Bottrop tauchen in den Ferien ins Mittelalter ab

Natur pur gibt’s beim gemeinsamen Osterferienprogramm von Arche Noah und der Offenen Tür „Freiraum“ Grafenwald.
Natur pur gibt’s beim gemeinsamen Osterferienprogramm von Arche Noah und der Offenen Tür „Freiraum“ Grafenwald.
Foto: Labus / FUNKE Foto Services
Die Jugendeinrichtung „Freiraum“ Grafenwald und die Arche Noah haben für ihr Osterferienprogramm kooperiert. Es gab ein Fantasie-Spektakel.

Bottrop..  Die zwei Dörfer „Archonien“ und „OTopien“ sind bis auf den Tod verfeindet. Das Letzte, was sie tun würden, wäre den Schatz untereinander aufzuteilen, dem beide hinterherjagen. Aber eines Tages werden beide von biestigen Barbaren überfallen – und erkennen, dass sie gemeinsam viel stärker sind.

Nein, das ist keine Inhaltsangabe von einem Fantasie-Roman, sondern das gemeinschaftliche Osterferienprogramm der Arche Noah und der Offenen Tür (OT) „Freiraum“ Grafenwald. Die Kinder der beiden Jugendeinrichtungen haben in der ersten Ferienwoche die Rollen der Dorfgemeinschaften eingenommen, die von Feind zu Freund werden, und konnten dabei in eine mittelalterliche Fantasiewelt eintauchen.

Nicht nur bot das rustikale Gelände der ökopädagogischen Einrichtung Arche Noah dafür den perfekten Ort. Auch heuerten die Leiter der Kinder- und Jugendhäuser Improvisationskünstler in Knappen- und Ritterkluft an, welche dem Schauspiel mehr Leben einhauchten.

In Sachen Improvisationstalent verlangte das Wetter freilich auch den Leiterinnen der Einrichtungen einiges ab. Zwar waren fast alle Programmpunkte für draußen geplant, aber zum Glück ist die Arche mit ihrem neuen Jugendhaus inzwischen viel unabhängiger vom Wetter. „Da haben wir es uns bei der Sturmwarnung am Dienstag einfach gemütlich gemacht und Filme zusammen geschaut“, erzählt Susanne Kolodziejski, Leiterin der Arche.

„Aber die kurzen Zeitfenster zwischen den Schauern haben wir gut nutzen können“, ergänzt Melissa Leck, Leiterin der OT Grafenwald. Auf dem Weg zum großen Schatz mussten die Kinder Herausforderungen wie Eiertanzen oder Blind-Parcours meistern. Und zwischendurch blieb natürlich genug Zeit, um mit den Ponys und Schweinen auf dem Hof zu spielen.

Kooperationswillen ausdrücklich gelobt

Dass Jugendeinrichtungen in Bottrop immer wieder zusammenarbeiten, ist nicht ungewöhnlich – besonders für die OT Grafenwald nicht, die bei der Bestandsaufnahme über die Weiterfinanzierung der Jugendeinrichtungen in der Stadt für ihren Kooperationswillen ausdrücklich gelobt wurde (die WAZ berichtete). Besonders mit der Arche Noah kooperiert die OT seit vielen Jahren. Beide Einrichtungen sind vom selben Träger, Grafenwald-Leiterin Melissa Leck war vorher Mitarbeiterin bei der Arche.

„Wir versuchen mit solchen Kooperationen auch die Stadtteile zusammenzubringen“, sagt Susanne Kolodziejski. Und knüpfen dadurch auch die Kinder neue Freundschaften? „Mehr noch findet eine Annäherung zwischen den Jugendgruppen statt“, so Kolodziejski. Jugendliche im Alter von 14 bis 21 Jahren haben sich ehrenamtlich engagiert, um das Ferienprogramm für die Kleinen zu gestalten. „Dabei werden Verbindungen geknüpft“, sagt die Arche-Leiterin. „Im Sommer planen einige aus den unterschiedlichen Einrichtungen jetzt sogar eine gemeinsame Übernachtung.“