kfd fordert würdigen Umgang mit dem Sterben

Kranken und Sterbenden die Hand zu halten – wie hier Bettina Alkemper im Hospiz Bottrop – und ihnen einen „würdigen Platz“ zu geben, die kfd im Bistum.l
Kranken und Sterbenden die Hand zu halten – wie hier Bettina Alkemper im Hospiz Bottrop – und ihnen einen „würdigen Platz“ zu geben, die kfd im Bistum.l
Foto: Winfried Labus/WAZ-FotoPool
Was wir bereits wissen
In der bundesweiten „Woche für das Leben“ setzen sich die Frauen für eine fürsorgliche Begleitung Kranker am Ende des Lebens ein.

Bottrop..  „Wir müssen die Ängste und Nöte der Menschen ernst nehmen, die sich davor fürchten, am Ende ihres Lebens nicht mehr über sich selbst bestimmen zu können, Schmerzen erleiden zu müssen oder ganz auf die Fürsorge anderer angewiesen zu sein“, erklärt Maria Theresia Opladen, Bundesvorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), anlässlich der diesjährigen „Woche für das Leben“.

Die gemeinsame Aktion der katholischen und evangelischen Kirche steht unter dem Motto „Sterben in Würde“ und greift die aktuelle Debatte um die Beihilfe zur Selbsttötung sowie den Umgang mit schwerstkranken und sterbenden Menschen auf. Insbesondere die Sorge, Anderen zur Last zu fallen und am Ende des Lebens hilflos zu sein, erscheint vielen in der heutigen Gesellschaft als Zumutung.

Tod als Teil des Lebens

Dies annehmen zu können, ist aus Sicht der kfd Teil des Ringens um einen würdigen Umgang mit dem Altern und Sterben. „Wenn wir den Tod als Teil unseres Lebens begreifen und uns frühzeitig damit auseinandersetzen, können wir zu einer Kultur beitragen, in der die würdige Begleitung Sterbender selbstverständlich wird“, ist Opladen überzeugt.

Eines der Kernprobleme sieht sie darin, dass das Wissen um die Möglichkeiten und die Angebote einer fürsorglichen Sterbebegleitung durch Hospizdienste und Palliativmedizin viel zu wenig bekannt ist. Im Rahmen ihrer Aktion „Leben bis zuletzt“ hat die kfd daher dazu aufgerufen, Fragen rund um die würdige Begleitung Sterbender und auch die Wünsche und Sorgen in Bezug auf das eigene Lebensende zum Thema zu machen.

Der Verband unterstützt Bildungsveranstaltungen und Gespräche mit Verantwortlichen, die über die lokalen Angebote der Hospizdienste und der palliativen Versorgung informieren und die wichtigsten Fragen klären.

In diesem Zusammenhang begrüßt die kfd ausdrücklich die Gesetzesinitiative des Bundesgesundheitsministers zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland. Jede Legitimierung der Beihilfe zum Suizid als reguläre Dienstleistung von Ärzten oder anderen Organisationen lehnt der Verband demgegenüber entschieden ab. Die kfd ist für ein gesetzliches Verbot jeder Beihilfe zum Suizid.

Die kfd im Bistum Essen ruft ihre Mitglieder ausdrücklich dazu auf, sich in die aktuelle gesellschaftliche Debatte einzumischen. Dazu gehöre es auch, über die ambulante Palliativversorgung vor Ort zu informieren und damit Alternativen aufzuzeigen. Die kfd müsse sich stark machen dafür, dass Kranke und Sterbende einen „würdigen Platz“ in der Gesellschaft und die Fürsorge anderer erhalten.