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Einzelhandel

Kein Karten-Chaos

08.01.2010 | 10:00 Uhr

Bottrop. Der deutsche Einzelhandelsverband prüft wegen Einnahmeausfällen Schadenersatzansprüche. Bottroper Händler aber blieben bislang verschont.

Vermeintlich schlaue Einzelhändler haben sich einen Trick einfallen lassen, um dem Chaos mit den Bankkarten seit Jahresbeginn nicht zum Opfer zu fallen. Sie überkleben den fehlerhaft programmierten Chip ganz einfach. Ganz so schlau ist aber auch das nicht. Verbraucherschützer jedenfalls warnen inzwischen vor möglichen Kartenschäden. Die Händler in Bottrop scheinen derlei Tricks nicht nötig zu haben. Sie sind von den Problemen verschont geblieben.

Verunsicherte Kunden beugen Problemen vor

Bernhard Massenberg von der Sparkasse Bottrop.

Erst am Mittwoch hat Peter Klingebiel mit seinen Mitarbeitern über das ärgerliche Thema gesprochen. Dabei erhielt der Leiter der Karstadt-Filiale Entwarnung. „Bei uns gab es nur einige wenige Ausnahmefälle, in denen die Kartenzahlung nicht funktionierte”, erzählt Klingebiel. Die Kunden hätten in diesen Fällen aber andere Zahlungsarten gefunden. Einnahmeausfälle hat Karstadt so nicht erlitten.

Problemlos läuft es bisher auch in anderen Läden. „Na, hoffentlich geht das jetzt”, bangt ein Kunde der JET-Tankstelle an der Hans-Sachs-Straße vor dem Bezahlen am Donnerstag. Dann aber: Erleichterung. „Wir hatten bisher nicht eine Karte, die nicht funktioniert hat”, erzählt Verkäuferin Astrid Gaus, die schon seit Wochenbeginn an der Tankstelle kassiert.

Auch Beate Steinecke aus dem Kassenbüro von Kaufland hat noch gar keinen Fall notiert. Dagmar Markus von „schönes wohnen” beklagt ebenfalls noch keinen Fall. Und H&M gibt gleich bundesweit Entwarnung.

In der Regel hatten sich die verunsicherten Kunden aufgrund der Negativmeldungen der letzten Tage aber auch auf den Einkauf vorbereitet – und nutzten vorsichtshalber Bargeld zum Bezahlen.

Am Montag soll der Spuk vorbei sein

AUSLAND
Lösung dauert länger

Während die Probleme im Inland am Montag behoben sein sollen, können Kunden im Ausland noch erheblich länger Probleme beim Bezahlen oder Abheben an Geldautomaten haben, glaubt Bernhard Massenberg von der Sparkasse Bottrop.

Die NRW-Verbraucherzentrale rät Urlaubern für diesen Fall auch zu Reiseschecks.

An Bargeld kommen sie, weil die Probleme mit den Geldautomaten inzwischen behoben sind. Alleine die Sparkasse meldete bundesweit 20 Millionen Karten, die von den Pannen betroffen seien. Im Inland aber sei das Problem des Geldabhebens schon am 1. Januar zu 100 Prozent gelöst worden, sagt Bernhard Massenberg von der Bottroper Sparkasse. „An den Händler-Terminals ist nach unseren Informationen zu 85 Prozent wieder alles okay, am Montag sollen es 100 sein”, sagt Massenberg.

Den Bottroper Händlern bleibt der Kampf um Schadenersatz damit offenbar erspart. Der deutsche Einzelhandelsverband hatte noch am Donnerstag in der WAZ angekündigt, derartige Ansprüche genauestens zu prüfen.

Florian Riesewieck

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