Karnevalsbilanz – viel Arbeit für Best und Retter in Bottrop

Die Polizei machte auf der Böckenhoffstraße den Weg für die Stadtreinigung frei.
Die Polizei machte auf der Böckenhoffstraße den Weg für die Stadtreinigung frei.
Foto: Düngelhoff
Was wir bereits wissen
Rosenmontag ist für Feuerwehr und Stadtreinigung Großkampftag. Über 50 Einsätze gab es bis zum Abend. Zehn Kubikmeter Müll sammelte die Best.

Bottrop.. Die einen feiern, die anderen haben viel Arbeit. Das gilt auch am Rosenmontag. Besonders der Rettungsdienst hatte bis in die Abendstunden viel zu tun. Zwar habe der Tag verhältnismäßig ruhig begonnen, so die Feuerwehr. Am Ende standen doch über 50 Einsätze in der Bilanz der Retter. „Es war definitiv viel zu tun“, sagt Feuerwehrsprecher Christoph Lang.

Ab dem späten Nachmittag lief eine Vielzahl von Notrufen in der Leitstelle ein. Teilweise waren Einsatzkräfte aus Oberhausen und Gladbeck in Bottrop im Einsatz, „um den Patienten zeitnah helfen zu können“. Ein Haupteinsatzgrund: übermäßiger Alkoholkonsum. Hier habe die Feuerwehr Patienten jeden Alters gefahren, so Lang, darunter auch Jugendliche. Wie hoch der Anteil jugendlicher Patienten war, konnte die Feuerwehr jedoch nicht mitteilen.

Das Rote Kreuz im Sanitätsdienst

Unterstützt wurde die Feuerwehr vom Roten Kreuz, das wie in jedem Jahr den Sanitätsdienst beim Zug und auf der Kirmes übernahm. Das hohe Einsatzaufkommen sei Rosenmontag zu erwarten, so Lang, gerade bei gutem Wetter. Für die Retter bedeutet das Mehraufwand. „Der wird seit Jahren durch das Rote Kreuz abgedeckt“, erklärt Lang die Planung und lobt den Einsatz der Hilfsorganisation, die auch Krankentransporte gefahren hat.

Zumal die Feuerwehr am Rosenmontag auch für zwei Brandeinsätze ausrücken musste. Dabei erwies sich der Einsatz in einem Pflegeheim zum Glück als Fehlalarm. Dort hatte die Brandmeldeanlage ausgelöst. Gegen 21 Uhr musste die Feuerwehr eine Dixi-Toilette an der Blumenstraße löschen.

Scherben auf den Straßen und Gehwegen

Großeinsatz am Rosenmontag – das gilt auch für die Best. Ihre Fahrzeuge und Fußgruppen werden selten bejubelt und Kamelle lassen sie auch nicht regnen. Trotzdem sind sie fester Bestandteil jedes Zugs, beseitigen die Männer doch die Reste der feiernden Massen. Vor allem Scherben bedeckten am Rosenmontag die Straßen und Gehwege. Auf der Böckenhoffstraße löste die Polizei die Feier etwa 15 Minuten nach dem Zug auf und bahnte so den Kehrmaschinen der Stadtreinigung den Weg.

Etwa 10 000 Euro kostet die Reinigung nach dem Zug, heißt es seitens der Karnevalisten. Dafür schreibt die Best dem Festkomitee eine Rechnung. Das wiederum stellt dem Unternehmen eine Spendenquittung aus. Anders wäre ein solcher Aufwand auch gar nicht zu bezahlen. Kostet doch die Teilnahme am Rosenmontagszug pro Wagen 40 Euro, pro Fußgruppe 20. Das deckt die Kosten für die Reinigung bei weitem nicht ab.

Etwas weniger Müll als in den Vorjahren

20 Mitarbeiter waren im Einsatz, so Best-Vorstand Carsten Sußmann. Mit acht Kehrmaschinen einem Sperrgutwagen und zwei Pritschenwagen sammelten sie geschätzt zehn Kubikmeter Müll. Das sei, so Sußmann, etwas weniger als in den Vorjahren, was aber auch daran liege könne, dass der Zug flotter unterwegs war. Ein großes Problem seien nach wie vor die Scherben und Glasflaschen. Besonders für die größeren Hinterlassenschaften seien daher die Fußtruppen der Best im Einsatz. Allerdings reinigt die Best nur Straßen und Gehwege, keine Privatflächen. Hier müssen die Besitzer selber ran.

Das gilt auch für Kirchen. Hinterlassenschaften anderer Art musste Dienstag nämlich auch die Martinskirche beseitigen. Mit einem Hochdruckreiniger kämpfte hier ein Helfer gegen Spuren der Wildpinkler.

Für vier Feierfreudige endete der Rosenmontag in der Ausnüchterungszelle an der Gladbecker Straße. Sie hatten im Umfeld der Karnevalskirmes randaliert und wurden nach ihrer Ingewahrsamnahme wegen ihrer Alkoholisierung über Nacht auf der Wache einquartiert.

Sechs Feiernde landen im Gewahrsam

Der Rosenmontagszug selbst war aus polizeilicher Sicht unspektakulär verlaufen (die WAZ berichtete). Im Nachgang bekamen die Beamten aber dann doch noch zu tun. Außerhalb der Innenstadt blieb es weitgehend ruhig, doch die Kirmeswache auf der Gladbecker Straße bekam im Laufe der Nacht zu tun. Die Beamten sprachen zehn Platzverweise aus gegen Streithähne oder Randalierer und nahmen sechs Personen nach Auseinandersetzungen in Gewahrsam. Zwei durften nach Abschluss der Ermittlungen gehen, die vier schwereren Fälle verbrachten die Nacht in der Zelle und wurden erst am Morgen entlassen.

Außerhalb der Kirmes-Zone registrierte die Leitstelle der Polizei Recklinghausen drei Einsätze der Beamten wegen Ruhestörung durch ausufernde Feiern. Eine vermutlich alkoholisierte hilflose Person wurde dem Rettungsdienst weiter gemeldet, außerdem gab es noch eine Anzeige wegen Körperverletzung