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Karneval in Zeiten knapper Kassen

09.10.2012 | 18:42 Uhr
Karneval in Zeiten knapper Kassen
Ein Rosenmontagszug ist teuer. So müssen beispielsweise Sicherheitskonzept und auch Musikgruppen bezahlt werden.Foto: Birgit Schweizer

Bottrop.   Gesellschaften beraten nach der Streichung städtischer Mittel über Rosenmontag. Denn vor allem der Umzug ist ein Kostenfaktor. Musikgruppen aber auch Sicherheitskonzepte müssen bezahlt werden. Trotzdem haben die Karnevalisten Verständnis für die Entscheidung.

Der Karneval muss sparen. 2000 Euro um genau zu sein. Die gab es bisher nämlich immer als Zuschuss von der Stadt zum Rosenmontagszug, die fallen nun weg. Das hat der Rat beschlossen. Diese Kürzung um 100 Prozent ist Teil des Sparpaketes. Ebenso der Beschluss, dass die Karnevalisten beim nächsten Rathaussturm Eintritt zahlen sollen – zehn Euro pro Person.

Karnevalisten zeigen Verständnis

Und die Bottroper Karnevalisten zeigen sich einsichtig. Denn es sei ganz klar, sagt Günter Körber vom Festkomitee Bottroper Karneval, „dass wir nicht bei der Suppenküche Kolüsch und anderen sozialen Einrichtungen kürzen, dann aber sagen, dass zum Feiern Geld da ist“. Unterstützung erhält er von Dirk Helmke von der KG Boy. Er ist der gleichen Ansicht wie Körber.

Wie und wo der Karneval in Bottrop sparen kann, darüber haben nun die Gesellschaften beraten. Acht der neun Bottroper Karnevalsgesellschaften haben sich beteiligt. Und es sei nun einmal so, dass der Rosenmontagszug der größte Kostenfaktor sei, so Körber. Er hofft nun, in Verhandlungen mit den Musikgruppen deren Gagen drücken zu können. Seine Rechnung: „Wir haben sieben Kapellen, die bekommen im Schnitt 500 Euro, wenn die alle auf 50 Euro verzichten würden, wären das schon 350 Euro.“ Dass das nicht einfach wird, wissen die Karnevalisten. Dirk Helmke würde auch einen Schritt weiter gehen, notfalls auf den ein oder anderen Spielmannszug verzichten und zur Musik aus der Konserve greifen.

Aber auch zu einem anderen Schritt haben sich die Gesellschaften entschlossen. Das Hoppeditz-Erwachen, in den vergangenen Jahren immer einer großen Bühne auf dem Pferdemarkt, wird in diesem Jahr im Brauhaus stattfinden. „Wir treffen uns am 11. 11. bei Hürter und ziehen dann gemeinsam zum Brauhaus“, sagt Körber. So könne man die Kosten für die Bühne in diesem Jahr sparen, „zumal der 11. 11. ein Sonntag ist, also ein Tag, an dem kaum jemand in der Stadt wäre“, sagt Körber.

An den Kosten beteiligt

Bleibt die Frage nach dem Rathaussturm. Bisher, so Körber, hätten sich die Karnevalisten an den Kosten für die Bühne auf dem Rathausplatz und der Musik im Ratssaal beteiligt. „Ohne den Zuschuss können wir das nicht mehr“, stellt Körber klar. Zwar habe der Oberbürgermeister den Karnavalisten in einem Gespräch gesagt, er würde sich den Rathaussturm in der Form wie in jedem Jahr wünschen, doch wer die Kosten tragen soll, sei unklar. Genauso die Frage nach den Eintrittskarten für den Ratssaal. „Wir haben die Gesellschaften gebeten, uns zu melden, wie viele Karten sie brauchen, dann wird man sehen, wie die Mitglieder auf die Forderung nach Eintritt reagieren“, sagt Körber. Wobei er davon ausgeht, dass Prinz, Gefolge und Garde freien Eintritt haben.

Matthias Düngelhoff

Kommentare
10.10.2012
11:35
Karneval in Zeiten knapper Kassen
von dirkschaub | #4

Ausschließlich schlechte Nachrichten für den Bottroper Karneval!

Weiter stark steigende Kosten für Festkomitee und Gesellschaften und immer weniger...
Weiterlesen

2 Antworten
Karneval in Zeiten knapper Kassen
von Herr_B_aus_B | #4-1

wo ist der "gefällt mir" Button? :)

Karneval in Zeiten knapper Kassen
von derjoerch | #4-2

Jau, der Prinz spricht mir aus der Seele!!!

Wir sind Innovation City..... da sollte doch was gehen ;-)

der erste rosenmontagszug mit elektroautos , musik (wenn die Spielmannszüge nicht wollen) aus Windenergie.... (Könner und Förderer)

Bottrop braucht weiterhin den Straßenkarneval, wer und wo ist Köln / Düsseldorf?

wir sehen uns im Rathaus (10€ sind ok, Getränke aufs Haus)

HELAU

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Bottrop