Kanalbau an der Boye schreitet voran

Foto: Rupert Oberhäuser

Der unterirdische Kanalbau der Emschergenossenschaft parallel zur Boye schreitet gut voran. Von der insgesamt rund acht Kilometer langen Strecke sind aktuell bereits 5,7 Kilometer verlegt – also rund 70 Prozent. Pro Tag kommen zirka zehn Meter Kanalstrecke hinzu.

Einer der größten Kanaldurchmesser beim Emscher-Umbau wird derzeit auf einer 900 Meter langen Trasse entlang der Industriestraße verlegt: Diese Rohre haben einen Außendurchmesser von gewaltigen 4,20 Meter. Zum Vergleich: Die Kanalrohre beim Abwasserkanal Emscher, dem auch „Emscherschnellweg unter Tage“ genannten Hauptkanal, kommen Rohre mit einem maximalen Außendurchmesser von 3,60 Meter zum Einsatz.

Die Vortriebsmaschine, die den im Durchmesser 4,20 Meter großen Tunnel für den Abwasserkanal Boye gräbt, ist übrigens eine „alte Bekannte“ – denn sie kam schon einmal beim Emscher-Umbau zum Einsatz: Es ist exakt dieselbe Vortriebsmaschine, die die Emschergenossenschaft vor einigen Jahren bereits in Gladbeck beim Bau des unterirdischen Abwasserkanals am Haarbach verwendete. Die 30 Meter lange Maschine wiegt zirka 300 Tonnen – allein das schwerste Einzelsegment bringt es bereits auf rund 50 Tonnen. Der Haarbach ist ein Nebengewässer der Boye und bereits komplett abwasserfrei und ökologisch verbessert. Eine nicht rosig-rote, dafür aber „blau-grüne“ (blauer Fluss mit grünen Ufern) Zukunft, die der Boye in den kommenden Jahren winkt.

Der Abwasserkanal Boye wird insgesamt knapp acht Kilometer lang von der Kreuzung Boye/Autobahn A 2 bis zur Emscher unterhalb des Pumpwerks Bottrop-Boye führen. Auf dieser Strecke werden bis 2017 Kanäle mit Durchmessern von 1,60 Meter bis 3,50 Meter verlegt.

Bislang wurden während des Kanalbaus bereits drei Bahnanlagen, die A 2 sowie die B224 (die erste von zwei Querungen der B224) unterquert. Die Emschergenossenschaft investiert in den Bau des „unterirdischen Zwillings“ der Boye rund 80 Millionen Euro.