Kammer hilft beim Stabwechsel im Unternehmen

In der Broschüre „Nachfolge unternehmen“ hat die IHK zwölf gelungene Beispiele aus der Region für einen Generationswechsel in Unternehmen zusammengetragen. „Wir wollen den Betrieben Mut machen, den Wechsel rechtzeitig und strukturiert anzugehen“, sagt IHK-Präsident Benedikt Hüffer.

Die Nachfolgeproblematik ist real. Allein im Bezirk der Kammer stellt sich Jahr für Jahr in 800 übergabereifen Unternehmen die Frage, wer das Ruder übernimmt. „Es geht dabei auch um den Erhalt von geschätzt 12 000 Arbeitsplätzen“, unterstreicht Hüffer die hohe Verantwortung, die vor allem auf Seniorchefs und Seniorchefinnen laste. „Denn sie können die Weichen so stellen, dass sie ohne ihr Unternehmen, aber auch der Betrieb ohne sie auskommt“, sagt der IHK-Präsident.

Eine Erfahrung macht die Kammer immer wieder: Je eher die Planung anläuft, desto größer sind die Erfolgschancen. Eine Nachfolge zu managen, ist komplex. Die Altersvorsorge muss geregelt, der Unternehmenswert ermittelt, Erbansprüche geprüft, Finanzierungskonzepte, Gutachten und Zeitpläne erstellt werden. Davon wird in den Beispielen der Broschüre berichtet. Die vielleicht größte Herausforderung ist aber, einen geeigneten Übernehmer zu finden. „Nachfolger müssen sowohl fachlich als auch menschlich qualifiziert sein. Sympathie oder Familienbande allein reichen nicht“, sagt Hüffer und berichtet, dass Seniorchefs immer seltener in der eigenen Familie den „natürlichen Nachfolger“ finden. Das mache die Suche komplizierter.

In ihrem IHK-Nachfolger-Club bringt die Kammer übergabewillige Unternehmensinhaber mit geeigneten Nachfolgekandidaten diskret zusammen. In dem regionalen Pool sind rund 200 Interessenten gelistet, die ein Unternehmen kaufen oder führen wollen. Von jedem Kandidaten hat die IHK ein Qualifikationsprofil erstellt, damit die Suche in die richtige Richtung geht.